Reicht der Lärmschutz in Meitingen aus?

Nachbesserungen beim Bau der Lärmschutzwand an der Bahnstrecke Augsburg-Nürnberg werden von den an der Bahnlinie wohnenden Bürger in Meitingen und Herbertshofen gefordert, da der Lärm, besonders in der Nacht, weiterhin sehr groß sei. Foto: Peter Heider

Trotz der neu installierter Lärmschutzwände seien den an der Bahn wohnenden Bürgern die Züge noch wesentlich zu laut. Marktgemeinde Meitingen beteiligt sich an der "Lärmaktionsplanung".

Meitingen. An der Bahnlinie von Augsburg nach Nürnberg sind an den Gleisen in Meitingen und dessen Ortsteil Herbertshofen die Bauarbeiten für Lärmschutzwände derzeit in vollem Gange. Zeitgleich nimmt die Marktgemeinde an der "Lärmaktionsplanung" des Eisenbahnbundesamtes teil.

Die "Lärmaktionsplanung" besagt, dass Bürger, die sich vom Lärm der vorbeifahrenden Züge gestört fühlen, sich im Rahmen dieses Verfahrens melden können und sich mit ihrer Aussage an der Planung beteiligen können. Die "Lärmaktions-planung" besteht aus einem mehrstufigen Online-Verfahren. Im ersten Schritt werden Anregungen von Bürgern gesammelt. Der Bau der Lärmschutzwände hat zwar für viele an der Bahnlinie wohnenden Menschen eine Verbesserung des Lärmpegels gebracht, doch müsse die Bahn trotzdem künftig beim Bau neuer Strecken während des Nacht- als auch bei Tagesverkehr von Zügen niedrigere Lärmwerte einhalten, als sie derzeit trotz der angebrachten Lärmschutzwände bei Herbertshofen und Meitingen gemessenen wurden. Hausbewohner an der Langenreichner Straße wundern sich, dass in der Lärmschutzwand noch mehrere größere Lücken vorhanden sind. "Wir können keinen deutlichen Unterschied des Lärmpegels vor und nach der Anbringung der Schutzwände wahrnehmen. Nachweislich der vorgelegten reinen Berechnungen der Bahn seien die Wände in etlichen Bereichen nicht ausreichend, um die von der Bahn beabsichtigten Werte zu unterstützen. "Diese Werte", so Dr. Gerhard Kraus, der unmittelbar mit seiner Familie an der Bahnlinie wohnt, sind wesentlich höher als bei einer Neubaustrecke und dadurch besteht die Befürchtung, dass auf dieser Achse künftig noch mehr Zugbetrieb im Nah- , Fern- und Güterverkehr herrschen wird". Damit sei die bisherige Maßnahme einfach nicht ausreichend. Außerdem wohnen an der vom Bahnverkehr stark frequentierten Langenreichner Straße viele Familien, die sich bereits über sehr hohen Fahrzeugverkehr ärgern und schon mehrmals deswegen auf die Barrikaden gingen - bisher ohne Erfolg. Somit sieht man im Meitinger Marktrat Handelsbedarf von Seiten der Bahn. So wird in einer Stellungnahme an die Bahn von Meitinger Seite aus gefordert, dass unter anderem Verbesserungen am Schotterbett sowie auch an der technischen Ausstattung der Züge vorgenommen werden müssten. Das gilt vor allem für den Güterverkehr der den normalen Personenverkehr an Lautstärke deutlich übertreffe.

Nach Meinung von Bürgermeister Michael Higl und seinen Markträten wäre es sinnvoll, den Lärm dort zu minimieren, wo er entsteht. Bis 30. Juni konnten Lärmbetroffene unter der E-Mail Adresse www.laermaktionsplanung-schiene.de ihre Bedenken vortragen. Die Ergebnisse der Umfrage werden in nächster Zeit bekannt gegeben.
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