SV Erlingen - Traditionsverein mit 50-jähriger Geschichte

Zusammengestellt von Marion Buk-Kluger, mit Textpassagen von Peter Heider.

Fußball, Turnen und mehr!

Mit was begann wohl 1967 die Geschichte des SV Erlingen? Natürlich mit dem runden Leder. Seit 50 Jahren gibt es im Meitinger Ortsteil Erlingen den Traditionsverein und der hatte zuallererst eben eine Fußballabteilung.
Das Jubiläum wurde kürzlich mit einem dreitägigen Fest gefeiert, bei dem die Besucher ein buntes Programm begeisterte. Auf der Sportanlage, in der Turnhalle und im Festzelt gab es ein Tischtennisturnier, Tanzvorführungen der Turnabteilungen, einen Tanzwettbewerb für Kinder, bei dem die Erlinger Gruppe „Mini-Streethoppers“ den dritten Platz belegte, und eine Bushido-Einlage (übrigens heutzutage eine weitere Abteilung des Vereins).

Schnitzeljagd, Kinderschminken und eine Kinderolympiade sorgten bei den kleinen Gästen für jede Menge Spaß. Nicht fehlen durfte natürlich die traditionelle Fußball-Dorfmeisterschaft für Hobby-Mannschaften. 13 Mannschaften, deren Spieler sich in anderen örtlichen Erlinger Vereinen engagieren, und Gastmannschaften traten bei dem Kleinfeldturnier gegeneinander an, das Johannes Preßlein organisiert hatte. Turniersieger wurden die Oldies des TSV Herbertshofen, die in einer wahren Hitzeschlacht gegen die SVE-Legenden knapp mit 3:2 gewannen.

Ein musikalischer Abend mit der Band „Kzwoa“, die die mehr als 350 Gäste mit neuen Schlagern, Evergreens und volkstümlichen Hits zum Tanzen, Singen und Schunkeln auf die Bänke und Tische brachte, beendete Tag 2 der Feierlichkeiten. Am letzten Festtag gab es im Festzelt dann noch den Gottesdienst mit Pfarrer Gerhard Krammer. „Leben ohne Gott ist wie Fußball ohne Ball“, zitierte der dabei den Fußballstar des FC Bayern München, David Alaba. Am Nachmittag gab es zudem noch Vorführungen der Tanzabteilungen, z.B. die Kinder- und Jugendgruppen „Mini-Mini Streethoppers“, die Gruppe „Mini-Streethoppers“ und die „Elfen“. Die Turnerinnen sorgten mit ihrem Staubsauger-Auftritt noch für einen humorvollen Abschluss und zeigten symbolisch wie kreativ und mit wie viel Liebe zum Sport beim SV Erlingen agiert wird.

Vereinsgeschichte

Im Frühjahr 1967 entstand die Idee, einen Sportverein in Erlingen zu gründen. Also traf man sich im Gasthaus Reiner in Erlingen auf Initiative von Hans Bissinger, Manfred Haupt, Andreas Schäffler und Alois Birkner. Schäffler bereitete schließlich die Vereinsgründung beim Bayerischen Landessportbund und beim Fußballverband vor.

Für den 17. Juni 1967 wurde dann die Gründungsversammlung im Schwarzen Adler einberufen, zu der 58 Besucher kamen und den Verein mit Dr. Köhler als erstem Vorstand gründeten. Die Vereinsfarben wurden Weiß-Blau, als Vereinslokal wurde die Gaststätte Reiner gewählt.

Erstes Ziel war die Gründung einer Fußballmannschaft für den geregelten Spielbetrieb. Schon am 24. Juni des Gründungsjahres wurde der Fußballbetrieb aufgenommen und ein erstes Freundschaftsspiel gegen den SV Thierhaupten durchgeführt. Weitere Vorbereitungsspiele bereiteten auf die anstehenden Punktspiele vor.

Zeitgleich wurde unter der Leitung von Hermann Schulmeister eine Jugendmannschaft ins Leben gerufen. Die ersten Ergebnisse beider Mannschaften waren nicht von Erfolg gekrönt, sondern mehr von Idealismus und Kameradschaft getragen. Große Sorgen bereitete dem Sportverein die Platzfrage. Zum Glück stellte Landwirt Alois Off unentgeltlich eine Wiese in der Nähe der Schmutter, etwas außerhalb von Erlingen, zur Verfügung. Zwei Jahre lang wurde auf dieser Wiese der Spielbetrieb abgehalten, ehe dank der Flurbereinigung nach Absprache mit der damals noch selbstständigen Gemeinde Erlingen sowie der Schulleitung der Spielbetrieb auf den ortsnahen Schulsportplatz verlegt werden konnte.

Unter der Regie des damaligen Gemeinderats und Landschaftsgärtners Ulrich Palm sowie mit großer Unterstützung vieler Vereinsangehöriger konnte die Sportanlage angelegt werden. Da der SVE zu dieser Zeit noch kein Vereinsheim hatte, wurde in Form einer Baracke eine provisorische erste Bleibe errichtet. In der Folgezeit zeigte sich aber, dass dieses Heim den Ansprüchen nicht mehr genügte. Nachdem im Jahr 1969 Dr. Köhler das Vorstandsamt niederlegte, übernahm Andreas Schäffler dessen Amt. 1970 erfolgte der erste Spatenstich für ein neues Vereinsheim. In rund 14000 von Vereinsmitgliedern und freiwilligen Helfern geleisteten Arbeitsstunden wurde das Sportheim gebaut. Mit Euphorie und großem Optimismus wurde einige Jahre nach dem erfolgreichen Sportheimbau die Baumaßnahme „Turnhalle“ in Angriff genommen.

Unter der Leitung von Trainer Rainer Springer gelang der ersten Fußballmannschaft in der Saison 1976 /1977 zum ersten Mal ein Aufstieg, der im letzten Spiel mit einem 5:3-Erfolg beim FC Reutern unter Dach und Fach gebracht wurde. Der damalige Vorsitzende Wilhelm Oßwald übernahm die Planung und Aufsicht des Turnhallenbaus. Im Sommer 1983 wurde die neue Sporthalle feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Finanziert wurde die Halle großzügig von der Gemeinde Meitingen, dem Bayerischen Landessportverband, dem Landkreis Augsburg und aus Eigenmitteln des Vereins. In den folgenden Jahren markierten Höhen und Tiefen das Vereinsgeschehen in sportlicher Hinsicht. Insgesamt aber schaut der SV Erlingen mit Stolz auf seine Vereinsgeschichte zurück.

Neben dem Gründungsjubiläum gibt es in diesem Jahr einen weiteren Grund zum Feiern: Die erste Mannschaft schaffte in dieser Saison den Aufstieg von der B-Klasse Nordwest in die A-Klasse – nach 1977 also der zweite Aufstieg in der 50-jährigen Geschichte des SV Erlingen.
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