Fellnasen übten für den Ernstfall: Rettungshunde im Einsatz am Mandichosee

Wasserrettungshund Buddy zieht ein verunfalltes Boot auf dem Mandichosee an Land. (Foto: Andreas Schmidt)
 
Flächensuchhund Elina hat den Patienten im unwegsamen Gelände gefunden. (Foto: Andreas Schmidt)

Gemeinsam für Mensch und Leben! Das war das Motto einer Großübung der Augsburger Rettungshundestaffeln sowie der Wasserwacht Mering am vergangenen Samstag am Mandichosee.

Die Hunde und Einsatzkräfte der Rettungshundestaffeln Augsburg e.V., des BRK Augsburg-Stadt, der DLRG Augsburg sowie die Wasserrettungshunde der Kreiswasserwacht Augsburg-Stadt und der Wasserwacht Mering stellten sich hier einem Szenario und demonstrierten in eindrucksvoller Weise, wie gut die Zusammenarbeit im Ernstfall – Hand in Hand – funktioniert.

Rettungshunde kommen immer dann zum Einsatz, wenn es darum geht, vermisste Personen in unübersichtlichem Gelände, zu Lande und zu Wasser zu retten oder zu orten. Hier unterstützen sie die Polizei bei Vermisstensuchen mit ihren Vierbeinern. Denn ein Rettungshund kann mit seiner Nase innerhalb kürzester Zeit ein großes Gebiet abdecken und ersetzt somit eine Vielzahl von Einsatzkräften.

Übung für die Hunde: Bootsunfall mit mehreren Menschen

Das konnten die Besucher am Samstag hautnah erleben. Nach einem fiktiven Bootsunfall auf dem Mandichosee wurden mehrere Personen vermisst. Das Boot trieb hilflos auf dem See, eine Person klammerte sich mit letzter Kraft an das Boot. In kurzer Zeit war Wasserrettungshund Buddy vom Uferrand mit der angehenden Wasserrettungshündin Dusty vor Ort, um sowohl die Person im Wasser als auch das Boot ans sichere Ufer zu bringen. Hier stellte sich heraus, dass mindestens zwei weitere Personen wohl in Panik an Land geschwommen waren.
Nachdem das Auto einer vermissten Person gefunden wurde und Geruchsproben entnommen werden konnten, zeigte Mantrailerhund Freya mit ihrem Hundeführer Carlos der Rettungshundestaffel des BRK Augsburg-Stadt den Einsatzkräften die Richtung, in der die vermissten Personen am Ufer gelaufen waren. Das unübersichtliche, unwegsame Gelände, in das die Hündin die Einsatzkräfte führte, machte den Einsatz von Flächensuchhunden nötig. Im Gegensatz zu den Mantrailern, die eine individuelle Duftspur an der langen Leine verfolgen, suchen Flächensuchhunde ohne Leine freilaufend bis zu 50.000qm in kürzester Zeit ab und zeigen den Fund durch langanhaltendes Bellen an.

Erfolgreich: Hunde finden Person nach Person

Auch in diesem Fall dauerte es nur wenige Minuten, bis Flächensuchhündin Elina der RHS Augsburg e.V. durch ihr Bellen eine Person anzeigte. Kurz darauf wurde auch die zweite Person durch Hündin Cancy gefunden. Nach der Erstversorgung durch die Einsatzkräfte gab diese an, dass noch eine weitere Person auf dem Boot war, die nicht schwimmen konnte und wohl beim Versuch sich zu retten untergegangen sei.

Hierauf wurden die Wasserortungshunde der DLRG Augsburg angefordert und kreuzten mit einem Boot an der Stelle, an der der Unfall geschehen war. Der Wasserortungshund Seddy zeigte nach einiger Zeit auf dem See einen Fund an, nach kurzer Auswertung der GPS-Daten konnte die Person durch einen Taucher der Wasserwacht Mering geborgen und ans Ufer gebracht werden.

Zusammenarbeit, um im Ernstfall Leben retten zu können

Eindrucksvoll zeigten die zahlreichen Einsatzkräfte der verschiedenen Organisationen die reibungslose Zusammenarbeit. Nicht die Uniform und Organisationszugehörigkeit standen an diesem Tag im Vordergrund, sondern das gemeinsame Ziel – nämlich im Ernstfall Menschenleben zu retten. Und das schnell, zeitnah und effektiv. (pm, Manuel Kurschus)
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