Merchinger Pfarrsaal: Valerij Petasch begeisterte sein Publikum

Der Pianist Valerij Petasch aus der Nähe von Ulm erklärte seine nächsten Werke selbst und konnte manch heitere Anekdote aus Auftritten oder Zeitungsartikeln dem Merchinger Publikum erzählen.
Merching: Pfarrsaal | Valerij Petasch begeisterte sein Publikum im Merchinger Pfarrsaal bei seinem zweiten Auftritt nach drei Jahren mit fantasievollen Eigenkompositionen und schweren klassischen Klavierwerken.

Erst nach drei Zugaben ließen die begeisterten Zuhörer im Pfarrsaal von Merching den Pianisten Valerij Petasch aus Ulm nach Hause gehen. Manche sind schon jahrelange Fans und versuchen, keines seiner Konzerte zu verpassen. Vor allem die vielseitigen romantischen Stücke aus eigener Feder hatten es den Besuchern an diesem Abend angetan. Musiklehrer und Klavierschüler erwarben als Erinnerung eine CD mit diesen Werken oder das Notenbuch, um einige selbst einstudieren zu können.

Heinz Maier begrüßte die Besucher zur Klaviersoirée in Merching und begann den Abend mit einer Quizfrage nach einem Fehler im Programm. Schnell stellte sich heraus, dass Valerij Petasch nicht von 1875 bis 1937 gelebt haben kann, sonst wäre es nicht möglich, dass er gleich den Saal betritt. Einige Besucher waren wieder gekommen, weil sie den großartigen Pianisten ein zweites Mal hören wollten. Viele waren erstmals anwesend: der Zeitungsartikel hatte sie neugierig gemacht und sie erwarteten ein gutes Konzert. Brigitte Volkmann aus Mering und Maria Feldmeier aus Merching konnten sich gar nicht entscheiden, welches Stück ihnen am besten gefiel. „Jedes hat seinen eigenen Charme, aber vor allem die Werke von Liszt und die fantasievollen Eigenkompositionen haben mich überrascht“, sagte Brigitte Volkmann. Maria Feldmeier kommt regelmäßig zu den Konzerten ihrer Heimatgemeinde, die sie immer sehr ansprechend und gut findet.

Der sympathische Künstler begann den Abend mit Franz Schuberts Ständchen in der Bearbeitung von Franz Liszt und stellte dann sein Programm um. Er spielte zunächst drei Klavieretüden von Franz Liszt, die sich von der Schwierigkeit her steigerten. „Consolation“, ein Trost, war ein eher leises, zartes Stück und gefiel der Zuhörerin Micon Kreft besonders gut. Bei „Un sospiro“, einem Seufzer, musste die linke Hand immer wieder über die rechte hüpfen und die schnellen, immer lauter werdenden Läufe forderten den Pianisten zu großer Konzentration. Das Stück „La leggeriezza“, was Leichtigkeit bedeutet, beherrschen wirklich nur virtuose Pianisten: in höchster Geschwindigkeit hüpften die Hände über die Tasten und erinnerten an ein Kind, das beschwingt und sorglos über eine Wiese springt. Viel Beifall und Rufe der Anerkennung zeigten dem Künstler, wie begeistert das Publikum von seiner Leistung war. Bei den Liedern ohne Worte von Felix Mendelssohn-Bartholdy hatte Valerij Petasch zwei verschiedene ausgesucht, ein melancholisch klingendes und ein eher fröhliches Stück. Ohne Pause ging er dazu über, einen kleinen Einblick in seine eigenen Werke zu geben. „Far away“ erinnerte an einen Reisenden, der mit dem Schiff weit weg von der Heimat unterwegs ist. Bei „Mirage“ sollte sich der Zuhörer eine Fata Morgana vorstellen. Auch einen Walzer und ein Ballett für zehn Finger stellte der international renommierte Pianist, der auch schon an Bord eines Luxusschiffes für Unterhaltung gesorgt hatte, vor. Das wehmütige „Nostalgie“ war für einen Zuhörer in der ersten Reihe der Favorit des Abends. Einen Höhepunkt setzte Valerij Petasch aber gezielt mit den Werken Frédéric Chopins, die er als letztes zu Gehör brachte und für deren herausragende Interpretationen er Ehrenmitglied der weltumspannenden Chopin-Society „Polonia“ ist. Er spielte die Werke Barkarole, Prélude d-moll und als eine von drei Zugaben die Mazurka in a-moll.
Weitere Informationen und die nächsten Konzerte sind auf der Internetseite des Künstlers www.vpetasch.de ersichtlich.
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