Bahn-Geschichte zum Anfassen

Der 175. Geburtstag der Bahnlinie München- Augsburg wird groß gefeiert: Eine Ausstellung umfasst Hunderte historische Bilder, Gleis- und Fahrpläne, alte Uniformen und Laternen.

Mit einer großen Ausstellung erinnern die Modellbahnfreunde Mering an den 175. Geburtstag der Eisenbahnstrecke zwischen München und Augsburg. "Der Bau dieser Linie hat eine technische und gesellschaftliche Revolution eingeleitet", sagt Wolfgang Wrba; er hat mit seinen Kollegen etwa fünf Jahre lang an der Planung und Zusammenstellung dieser historischen Schau gearbeitet, die noch bis Anfang 2016 im Heimatmuseum zu sehen ist.

Sie soll nicht nur jene Eisenbahn-Fans anlocken, die Fahrpläne und Lok-Bezeichnungen noch im Schlaf hersagen können. Die Ausstellung ist mit viel Aufwand und Fachkenntnis für eine breite Öffentlichkeit konzipiert. Auch Kinder kommen auf ihre Kosten, können in der Meringer Schlossmühle niedrige Schaukästen bestaunen, an Handrädern kurbeln, Weichen umlegen oder Warnsignale ertönen lassen. Die Detailversessenheit, mit der die Modellbahnfreunde jahrelang Archive in Augsburg, Friedberg und Nürnberg durchforstet, Fakten und Exponate gesammelt haben, hat sich ausgezahlt: Ihre Ausstellung umfasst Hunderte von historischen Bildern, Gleis- und Fahrplänen sowie in Vitrinen alte Laternen und Uniformen, nicht zu vergessen eine Vielzahl teurer Modelle, bei deren Anblick die Sammler glänzende Augen bekommen.

An einem Dampflok-Führerstand in Originalgröße kann man von früheren Zeiten träumen oder anhand von Zeitungsberichten das Leid vieler Bahnpendler nachvollziehen. Zahlreiche Themen-Tafeln informieren über die Planungen für die Bahnstrecke oder die ersten Bahnhöfe und Lokomotiven. Eine alte Pendeluhr im Heimatmuseum wird bei der Ausstellung versteckt in einer sogenannten F-Box: Diese standen früher alle paar Kilometer weit neben den Gleisen und enthielten Fernsprecher, über die ein Lokführer melden konnte, wenn ein Signal ausgefallen war. Mithilfe eines etwa 80 Jahre alten Stellhebels wird erfahrbar, wie heute noch (etwa auf der Ammerseebahn) Signale und Weichen umgestellt werden.

"Zwischen München und Augsburg wurde Eisenbahngeschichte geschrieben", stellt Ministerpräsident Horst Seehofer fest, der Schirmherr des 175-jährigen Jubiläums ist. "Die Strecke gehört zu den wichtigsten Lebensadern unseres Landes und ist Teil der europäischen Magistrale Paris-Budapest." Ursprünglich eine private Gründung, war sie später ein Teil der staatlichen Maximiliansbahn, die das Königreich Bayern von West nach Ost durchquerte.

Die Meringer Modellbahnfreunde laden am Samstag, 3. Oktober, zu einem unterhaltsamen Abend ins Bürgerzentrum Schlossmühle ein. Ab 19 Uhr gibt es amüsante Anekdoten und interessante Geschichte(n) rund um die Eisenbahn. Der Eintritt ist frei, wegen der begrenzten Plätze ist eine Anmeldung unter den Telefonnummern 08233/209 81 oder -5284 erforderlich. An diesem Tag ist die Ausstellung im Heimatmuseum ab 16 Uhr geöffnet, am Sonntag, 4. Oktober, von 14 bis 17 Uhr. Noch bis 3. Januar sind die weiteren Öffnungszeiten jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Text & Bild: Stöbich
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