Das Meringer Papiertheater spielt "Carmen"

Für ihr Opern-Festival haben Christine Schenk und Benno Mitschka sogar einen gemeinnützigen Verein gegründet. Foto: Stöbich


Alle Opern-Liebhaber aus der Region dürfen sich auf echte Schmankerl freuen: Das Meringer Papiertheater "Multum in parvo" wird Ende April einen Klassiker auf die Bühne bringen und bereitet außerdem ein großes Festival vor, das in einem halben Jahr in der Marktgemeinde stattfinden soll. Hinter den (Miniatur-)Kulissen haben Christine Schenk und Benno Mitschka alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Aufführungen zu organisieren. Am Freitag, 29. April, findet im Theater an der Augsburger Straße die Premiere von Georges Bizets Oper "Carmen" statt (Beginn 19 Uhr); die verkürzte Fassung wird von einem Duo mit Cello und Klavier umrahmt.

Das Stück, dessen internationalen Erfolg der Komponist nicht mehr erlebte, spielt um 1820 in Sevilla in Spanien. Carmen, die emanzipierte Zigeunerin, liebt ihre Freiheit - einen Mann liebt sie so lange, bis der nächste kommt. Ihretwegen begeht ein Soldat Fahnenflucht; das hat fatale Folgen für beide. Wiederholungen stehen am Samstag, 30. April, sowie am Freitag und Samstag, 13. und 14. Mai, jeweils um 19 Uhr auf dem Spielplan. Außerdem werden am 6., 7. und 8. Mai die Zauberflöte. Am 20., 21. und 22. Mai Aida sowie am 27., 28. und 29. Mai der fliegende Holländer gezeigt.

Trickreiche Computertechnik, moderne LED-Beleuchtung und Nebelmaschine - alles ist wie in einem großen Theater, nur die Figuren und der Zuschauerraum direkt am Meringer Kreisverkehr sind wesentlich kleiner. "Doch unser technischer Aufwand steht dem eines echten Opernhauses kaum nach", stellt das Paar fest. "Allein in der Zauberflöte gibt es ein Dutzend Bühnenbilder mit 94 Figuren." In einem halben Jahr hat das kleine Theater dann große Pläne: "In Mering finden die weltweit ersten Opernfestspiele für Papiertheaterbühnen statt", kündigen Schenk und Mitschka an; auch ihre Söhne Benedikt und Maximilian werden bei den Vorstellungen mitmachen. Der gemeinnützige Verein "Opera in stellis" tritt als Veranstalter auf, Spielstätten werden vom 7. bis 9. Oktober das Bürgerzentrum Schlossmühle und das Papst Johannes-Haus sein. Das Programm mit mehr als 20 Aufführungen wird nicht nur auf klassische Opern beschränkt sein und sicher auch viele Besucher von auswärts nach Mering locken. Feste Zusagen von auswärtigen Theatern gibt es bisher für Vorstellungen von Peter und der Wolf, Frau Luna, Orpheus in der Unterwelt, den Rosenkavalier sowie Zar und Zimmermann. "Den krönenden Abschluss bildet Mozarts Zauberflöte mit Live-Musik des Königsbrunner Kammerorchesters", freut sich Mitschka. Die beiden Aufführungen im Papst Johannes-Haus sind für 9. Oktober um 14.30 und 16 Uhr geplant.

Seit Deutschlands kleinstes Opernhaus seinen Spielbetrieb im September 2014 eröffnet hat, kommen Zuschauer sogar bis aus Ingolstadt und München, um sich von dieser Kunstform bezaubern zu lassen. "Es ist uns ein großes Anliegen, auch junge Leute für die Oper zu begeistern", sagt Christine Schenk. Ihr Theater ist seit kurzem Mitglied bei der Regio Augsburg und dürfte heuer auch vom bevorstehenden Shakespeare-Jahr profitieren, denn 2016 jährt sich der Todestag des englischen Dramatikers zum 400. Mal. (Peter Stöbich )
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