Ein Meringer und vier Kampfgänse

Oliver Schmidt hält Steinbacher Kampfgänse in seinem Garten in Mering St. Afra. Foto: pm


Oliver Schmidt und sein dreijähriger Sohn Jamie Brooklyn treiben bei Beginn der Dämmerung ihre vier Steinbacher Kampfgänse in den Stall. Füchse gibt es in Mering St. Afra zwar nicht, aber auch Marder könnten bei Nacht eine Gefahr für die Tiere bedeuten. Schon im März möchte Schmidt als einziger Halter dieser Gänserasse in Mering mit der Nachzucht beginnen und erhofft sich mindestens fünf bis sechs Jungtiere je Zuchtpaar.

Die wichtigsten Rassemerkmale der Steinbacher Kampfgänse, die zwischen 60 und 150 Euro kosten und eine Lebenserwartung von bis zu 25 Jahren haben, sind ein kräftiger, aber elegant wirkender Rumpf, eine aufgerichtete Haltung, der Kopf muss etwas länglich und gut gerundet sein. Die Augen sind lebhaft und dunkelbraun und werden von einem gelben Ring umrahmt. Der orangegelbe Schnabel hat einen schwarzen Punkt (Bohne), auch das Gebiss ist schwarz. Das Gefieder ist glatt und straffanliegend, die grauen Federn haben eine durchgehend weiße Säumung.

Es gibt aber auch einen zweiten Farbschlag, bei dem die Tiere ein mittelblaues Gefieder haben. Das durchschnittliche Gewicht liegt bei circa sechs Kilogramm. Die Gans ist geringfügig kleiner als der Ganter. Im Gegensatz zu Enten, die Schnecken und Würmer fressen, ernähren sich Gänse rein vegetarisch. Im Sommer reicht ihnen das Gras, im Winter füttert Oliver Schmidt seinen Tieren Äpfel, Karotten, Kohlblätter und Kraftfutter zu.

"Im Sommer habe ich nur geringe Kosten, im Winter sind es maximal 20 Euro im Monat", verrät der passionierte Tierhalter. Auch die Arbeit hält sich in Grenzen: den mit Hobelspänen, Stroh und Heu eingestreuten Stall befreit er täglich von Kot und streut mit frischem Stroh nach. Der Gänsekot im Auslauf muss nicht entfernt werden, er riecht kaum und ist ein guter Dünger für die Wiese. "Die Haltung dieser Tiere ist auf kleiner Fläche auch im Wohngebiet möglich", sagt Schmidt.

Eine seiner Gänse war im Jahr 2015 bei der nationalen Geflügelausstellung in Dortmund mit 97 Punkten das bestbewertete Tier bei der Jugend. Der 2013 geborene Ganter errang mit 94 von 97 Punkten eine sehr gute Bewertung. Seit 2009 lebt Schmidt in Mering St. Afra und trat im Jahr 2013 dem Meringer Kleintierzuchtverein bei. Schmidts großes Anliegen ist es, Kinder und Jugendliche für die Kleintierzucht zu begeistern und so Nachwuchs für den Meringer Kleintierzuchtverein zu gewinnen.

Momentan hat der Verein nur sechs junge Mitglieder. Vereinsvorsitzender ist Max Göschl. Jugendliche Vereinsmitglieder zahlen keinen Beitrag und können zu einer geringeren Ausstellungsgebühr ihre Tiere präsentieren. Interessierte sind eingeladen, beim monatlichen Treffen am dritten Freitag im Monat in der Gaststätte Friedenau ab 20 Uhr teilzunehmen.

Die Homepage des Vereins ist unter www.kleintierzuchtver ein-mering.jimdo.com einsehbar. Oliver Schmidt nimmt auch Anfragen entgegen. Seine Kontaktdaten finden sich im Internet unter www.bavarian-me chelner.jimdo.com. (pm)
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