Ein Tüftler im Unruhestand

Nicht nur Flugzeuge interessieren Siegfried Finkl. Foto: Stöbich
Peter Stöbich
Königsbrunn. Fahrzeuge aller Art begeistern Siegfried Finkl, Autos und Motorräder, Eisenbahnen und Flugzeuge sind seine große Leidenschaft. „Mich begeistern alle Maschinen, mit denen man von A nach B kommen kann“, sagt der Königsbrunner. Und so hat er sich nicht nur beruflich viele Jahre mit diversen Fortbewegungsmitteln beschäftigt, sondern verbringt auch einen Großteil seiner Freizeit in der Werkstatt. Dort hat er schon etliche Tretflugzeuge für Kinder gebaut.
„Von Ruhestand kann gewiss keine Rede sein“, meint seine Frau Annemarie, die für die zeitintensiven Hobbys ihres Mannes viel Verständnis aufbringt – unter anderem braut er Bier und kocht leidenschaftlich gern. Doch besonders angezogen wird er von technischen Tüfteleien, die viel Geduld und Geschick erfordern, erzählt der rührige Rentner, „dabei habe ich ursprünglich Kaufmann gelernt“.
Mit 22 Jahren machte er sich selbstständig und pachtete in Königsbrunn eine Tankstelle. 1969 begann er an der Landsberger Straße mit einem Motorradhandel. 1998 übergab er den Betrieb schließlich seinem Sohn Harald.
Bis vor wenigen Jahren war Finkl noch mit seinem Motorrad auf Trainingsrennstrecken unterwegs und mit einmotorigen Flugzeugen, für die er noch im Alter von 43 Jahren den Pilotenschein erworben hatte. „Damit habe ich mir einen Lebenstraum erfüllt, weil ich schon als Bub von der Fliegerei fasziniert war.“ Früher setzte er Kunststoffmodelle aus Bausätzen zusammen, heute produziert er in aufwendiger Handarbeit für Kinder kleine Flugzeuge mit Tretantrieb – und mit faszinierenden Details.
So verfügt sein Schmuckstück über einen rotierenden Propeller; auch der Düsenjäger „Top Cat“ oder ein roter Doppeldecker bestechen durch interessante Details oder witzige Aufkleber wie „Entspannen Sie sich – dieser Sitz ist kein Schleudersitz“. Das Bugrad wird durch einen richtigen Steuerknüppel betätigt, die Räder stammen von einem alten Rasenmäher. Bis zu 250 Arbeitsstunden investiert das Königsbrunner Bastler in seine Sperrholzflieger, die zum Spielen eigentlich viel zu schade sind. „Ich möchte sie aber nicht gern verkaufen, weil da wirklich jede Menge Herzblut drinsteckt.“
Und nicht nur das, sondern auch fundiertes Wissen über Aerodynamik und Technik. „Plastikspielzeug aus Fernost verabscheue ich, das hat keine Seele.“ Die Baupläne für seine Modelle hat Finkl aus den USA, wo er bei einem großen Fliegertreffen erstmals solche Tretflugzeuge für Kinder entdeckte. Bevor er sich an die Arbeit machen konnte, musste er die Anleitungen und die amerikanischen Maße erst ins Deutsche übertragen. „Außerdem bin ich auch begeisterter Eisenbahner“, erzählt er und präsentiert stolz seine Sammlung von Modelllokomotiven. Auf einer alten Dampflok konnte er sogar einmal den Traum vieler Buben verwirklichen und im Führerstand mitfahren.
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