Es ist klein, aber strotzt vor Selbstbewusstsein, Mut und Stolz

Von einem Ast aus sieht das "tapfere Schneiderlein" zu, wie die Riesen ihn im Bett erschlagen wollen.
 
Beim Ausgang verabschiedeten sich die kleinen Zuschauer vom "tapferen Schneiderlein.
Mering: Volksbühne | Viele Erwachsene und Kinder genossen die Premiere des „tapferen Schneiderleins“, das bis Ende November in der Volksbühne gespielt wird.

Mucksmäuschenstill war es im Zuschauerraum, als das Wochenendteam der Marionettenbühne Mering die 20. Aufführung erstmals dem Publikum präsentierte. Angst vor den Riesen hatten die Kinder überhaupt nicht, sie waren in der Pause eher gespannt, wie das Märchen ausgehen wird.

Der Vorsitzende der Meringer Volksbühne Dieter Hieke freute sich, dass sich seine 65 Mitglieder nach 18 Jahren für die Wiederaufnahme des Grimm’schen Märchens „Das tapfere Schneiderlein“ entschieden hatten. Normalerweise wiederholten sich die Märchen nach neun bis zwölf Jahren, verriet Hieke, der in dieser Saison aufgrund der vielen Neuzugänge bei den Spielern bei der Technik mitwirkt. Da bei der ersten Aufführung Menschen als Riesen auf der Bühne waren, sei im Vorfeld sehr viel Arbeit erforderlich gewesen, wofür er seinem Team dankte. Die neuen Spieler hatten zusätzlich zu zwei Proben pro Woche in ihrer Freizeit die Führung ihrer Marionetten geübt. „Lassen wir die Puppen tanzen!“ lautete Hiekes Aufforderung zum Beginn der Premiere.

Im Publikum saßen nicht nur viele Ehrengäste, die als Sprecher beim Tonbild mitgewirkt hatten. Auch Erster Bürgermeister Hans-Dieter Kandler interessierte sich für die erste Aufführung genauso wie das Team, das für Kindergärten und Schulen unter der Woche spielen wird. In der ersten Reihe verfolgten die kleinen Zuschauer gespannt und ohne jegliche Angst die einstündige Vorstellung. Die fünfjährige Solveig hatte mit ihrer Mutter das Märchen daheim in einer verkürzten Form gelesen. In dieser Fassung gab es nur einen Riesen, der durch einen Baum erschlagen wird. Als der König zufällig des Weges kommt, lobt er das Schneiderlein und gibt ihm seine Tochter als Dank zur Frau. Sie freute sich, in der Volksbühne Mering eine längere und sehr amüsante Fassung sehen zu können. Auch ihr Bruder Silvan, der erst eineinhalb Jahre ist, schaute dem Puppenspiel fasziniert zu. Mit dem Opa war der dreijährige Janick in die Volksbühne gekommen, um die spannende Geschichte, die er noch nicht kannte, anzuschauen.

Eine sensationelle Leistung beim Tonbild erbrachten die Sprecher des Schneiderleins und des bärtigen Riesen, Wolfgang Günthel und Markus Schwab. Die Puppenspielerin des tapferen Schneiderleins war Renate Gasser, die in jeder Szene tätig sein musste und ihre anstrengende Rolle mit Bravour meisterte. Im Team der Vormittagsgruppe wird Christiane Danzfuß diese Hauptrolle übernehmen. Sehr gut kam die neue Seitenbühne mit der erzählenden Großmutter im Schaukelstuhl an. Dem aufmerksamen Zuschauer entging es nicht, dass bei der Gestaltung schon ein Hinweis auf den Fortgang der Handlung enthalten war: an der Wand hinter der Oma hingen Bilder mit einem Einhorn und einem Wildschwein. Nicht nur der Erschaffer dieser beiden Tiermarionetten, Kurt Schiller, freute sich, sie nach 18 Jahren erneut auf der Bühne sehen zu können. Vor allem die Kinder genossen die lustige Szene mit dem frechen, schnaubenden Einhorn und dem laut grunzenden Keiler, den das Schneiderlein in eine Waldkapelle mit Orgel einsperren konnte. Obwohl der König den „großen Helden“ durch seine drei Aufgaben loswerden wollte, musste er ihm zuletzt das halbe Königreich und seine Tochter zur Frau geben.

Info: Weitere Vorstellungen sind am 12., 13., 19. und 20. November um 15 und 17 Uhr. Am 26. und 27. November finden die letzten Wochenendaufführungen um 15 Uhr statt. Vom 7. November bis zum 2. Dezember gibt es täglich außer mittwochs Aufführungen um 9 und 10.30 Uhr für Schulen, Kindergärten und Gruppen, für die Viktoria Hartmuth unter Tel. 08233/846619 noch wenige Anmeldungen annehmen kann. Für die Wochenenden ist Christine Hieke unter Tel. 08233/789141 von 17 bis 20 Uhr zuständig. Eine Buchung ist auch unter www.volksbuehne-mering.de möglich.
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