Lampenfieber ist ihr fremd: Franziska Bader aus Mering startet ihre Gesangskarriere

Franziska Bader beginnt eine Ausbildung zur Konzert- und Opernsängerin. Foto: Peter Stöbich


Nach ihrem Abitur und einer kurzen Urlaubspause wird sich Franziska Bader auf einen vielversprechenden Weg als Sängerin machen: Dank ihrer erfolgreichen Aufnahmeprüfung kann die 19-Jährige aus Mering in wenigen Wochen mit ihrem Studium an der staatlichen Musikhochschule Würzburg beginnen. Beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Paderborn hatte sie kürzlich Platz zwei belegt.

Das künstlerische Talent hat sie möglicherweise von ihrem Vater geerbt: Franz Bader leitet in Bobingen das Sinfonische Blasorchester. Ihm obliegt auch die Ausbildung des musikalischen Nachwuchses in den Bläserklassen; seit einigen Jahren beschäftigt er sich außerdem mit Musik aus Video- und Computerspielen.

"Ich singe schon, seit ich zehn bin, also mein halbes Leben lang", erzählt Franziska Bader. Die Mühen des jahrelangen Unterrichts haben sich gelohnt: In der Augsburger Kongresshalle, dem Leipziger Gewandhaus und dem Dresdner Schlachthof ist die sympathische junge Meringerin bereits aufgetreten.

Doch auch für die Mezzo-Sopranistin gilt natürlich: Ohne Fleiß gibt's keinen Preis und so muss sie vor ihren Solo-Konzerten und Wettbewerben jeden Tag ein bis zwei Stunden üben. Nur die Stimmbänder zu trainieren, reicht aber nicht, um sich gegen die starke Konkurrenz in der Profi-Liga zu behaupten. "Zu meiner Körperarbeit gehört auch Ausdauersport wie Joggen", sagt sie; dabei kommen nicht Callas und Pavarotti aus dem Kopfhörer, sondern zum Beispiel Linkin-Park und poppige Klänge.

"Die Seelen der Zuhörer berühren"

Beruflich beschäftigt sich Franziska Bader dagegen mit den Klassikern wie der Arie des Orfeo "Che faro senza Euredice" aus der Oper "Orfeo ed Euredice" von Christoph Willibald Gluck. Damit sie auf der Opernbühne einen Charakter möglichst glaubwürdig verkörpern kann, greift sie auf ihre Erfahrungen als Theaterschauspielerin zurück, zum Beispiel in den "Physikern" beim Neuen Theater Mering. "Ich will einerseits meine eigenen Möglichkeiten und Grenzen kennenlernen", sagt sie, "aber mit meiner Stimme auch die Seele der Zuhörer berühren." Das sei mit klassischer Musik eher möglich als mit moderner, die im Studio heute am Computer produziert wird.

Nervöses Lampenfieber kennt die zierliche Künstlerin nach eigener Aussage nicht, "aber ich bin jedes Mal extrem fokussiert, weil jeder Auftritt von der Akustik und Atmosphäre her unterschiedlich ist." Und wenn sie ihre bisherigen Erfolge ausbauen kann, wird die Meringerin eines Tages vielleicht zu einem Heimspiel bei der großen Opern-Gala der Kolpingkapelle auf dem Marktplatz kommen. (Peter Stöbich )
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