Lesenachmittag in der Meringer Bücherei

Interessiert hörten die Kinder die Indianerlegende aus Nicaragua an und freuten sich über die Fabel vom Tiger, Ochse und Hasen.
Mering: Bücherei | Obwohl der Tiger seinem Retter vorher versprochen hatte, ihm nichts zu tun, will er sich später nicht an sein Versprechen halten und muss sich dem Urteil des richtenden Hasen fügen. „Wenn ihr eurer Mutter versprochen habt, ihr zu helfen, dann tut das bitte auch“, forderte Claudia Richert die Kinder beim vorletzten Lesenachmittag in der Meringer Bücherei auf.

Zuerst erzählte Claudia Richert, die in Nicaragua geboren ist, eine Legende, die sie in ihrer Kindheit oft hörte und deshalb auswendig wusste. Da es in ihrer Heimat sehr heiß ist, ist es Brauch, sich am Abend auf dem Hof zu treffen, wo eine Tante, Mama oder Nachbarin eine Geschichte erzählt. Die Indianerlegende „Die Weinende“ stammt aus der Zeit, als die Spanier Lateinamerika eroberten und entdeckten. Während die Krieger in den Bergen der Vulkaninsel Ometepe neue Strategien gegen die Eroberer ausprobierten, waren die Frauen mit ihren Töchtern beschäftigt, Wäsche zu waschen und Tortillas für die Familie zu backen. Den jungen Mädchen war es streng untersagt, mit den Spaniern eine Beziehung einzugehen. Diriambina verliebte sich aber in einen Spanier. Obwohl sie ein Kind erwartete und mit ihm zusammenleben wollte, segelte er weg. Um nicht im Vulkan verbrannt zu werden, versteckte sie das Kind im Wald und ließ es allein zurück. Was dann passierte, errieten die Kinder sehr schnell. „Die junge Mutter träumte immer wieder von ihrem Baby, wie es nach ihr schrie und wurde von den Einwohnern für verrückt erklärt“, verriet Claudia Richert ihnen noch.

Sie ließ die Kinder entscheiden, welche Fabel sie ihnen vorlesen sollte und sie wählten die Geschichte vom undankbaren Onkel Tiger. Dem hungrigen Tiger war bei einem Hurrikan der Fuß von einem Baum eingeklemmt worden. Einem Ochsen, der ihn befreien wollte, versprach er, ihm nichts zu tun. Trotzdem versuchte er, ihn zu fressen. Der richtende Hase stellte sich dumm, so dass Tiger und Ochse die Situation nochmals nachstellten. Als der Tiger wieder unter dem Baum lag, sagte der Hase zum Ochsen: „Gehen Sie weg und der Tiger soll als Strafe gefangen bleiben!“
Die zahlreich erschienenen Kinder freuten sich über dieses Ende und erhielten von der Vorleserin eine süße Stärkung für den Nachhauseweg.
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