Meringer Kulturherbst lädt Musikliebhaber zu drei Konzerten

Christoph Teichner aus Königsbrunn wird beim Konzert im Kerzenschein am 22. Oktober auf seinem neuen Hammerklavier zu hören sein.
 
Laura Faig wird als Sopranistin beim ersten Konzert des Meringer Kulturherbstes auftreten.
Mering: St. Johannes | Ein Konzert bei Kerzenschein, jüdische Lieder und junge Musiktalente

Der Meringer Kulturherbst ist bereits seit einigen Jahren ein fester Termin im Oktober und November und wird von der Gemeinde Mering finanziell bezuschusst. Aus diesem Grund ist Bürgermeister Hans-Dieter Kandler Schirmherr des Kulturherbstes. Veranstalter ist die evangelische St.-Johanneskirche, das Schulkonzert wird gemeinsam mit der Staatlichen Realschule Mering organisiert.
Das Konzert bei Kerzenschein findet bereits am Samstag, den 22. Oktober um 19.30 Uhr in der romantisch beleuchteten evangelischen Kirche statt und steht unter dem Titel „The moon had climbed the highest hill“: der Mond war auf den höchsten Hügel aufgestiegen. Die Besucher dürfen sich auf instrumentale und vokale Kammermusik auf historischen Instrumenten freuen. Komponiert wurden die Werke im 18. Jahrhundert von Komponisten des Festlandes, die auf der grünen Insel ihr Glück versuchten oder gegen gute Bezahlung den englischen Musikmarkt bereicherten. Zu hören ist das Klaviertrio in G-Dur von Joseph Haydn mit dem berühmten Rondo "in the Gypsies‘ Style", auch Zigeunertrio genannt. Es folgt ein Klaviertrio in C-Dur von Johann Christian Bach, dem jüngsten Sohn des berühmten Johann Sebastian Bach. Von Johann Samuel Schröter aus Leipzig, der später in London eine reiche Erbin heiratete und dem durch einen Ehevertrag das Komponieren verboten wurde, da seine Stücke vor allem bei den Londoner Damen sehr beliebt waren, ist das Klaviertrio in G-Dur zu hören. Es folgen sieben schottische "Folk-Songs", die Ludwig van Beethoven und Joseph Haydn für Londoner Musikverleger für Sopran, Hammerklavier, Geige und Violoncello arrangiert haben. Sehr bekannt geworden ist das Lied "Greensleeves". Die Ausführenden sind Julia Scheerer auf der Violine, Katrin Meingast auf dem Violoncello, Laura Faig singt Sopran und Christoph Teichner spielt auf seinem neuen Hammerklavier, einem Nachbau eines Instruments des berühmten Augsburger Klavierbauers Johann Andreas Stein, den schon Mozart sehr schätzte. Letzterer tritt in Mering immer wieder als Tenor, Cembalist und Dirigent auf.

Die zweite Veranstaltung „Simas jiddische Lieder“ zum Gedenken an die „Reichskristallnacht“ im Jahr 1938 findet am 9. November um 19.30 Uhr in der St.-Johanneskirche statt. Der israelische Tenor Yoéd Sorek aus Augsburg wird Geschichten seiner Groß-mutter, die den Holocaust überlebte, singen. Am Klavier begleitet ihn Susanna Klovsky. Der Sänger hat die Erzählungen seiner Oma Sima aus Wilna in Litauen, in Lieder umgesetzt. „Du bist die dritte Generation und musst unsere Geschichte weiter erzählen“, bat sie ihren Enkel. Er trat mit seinem Programm, für das er sich beim internationalen jüdischen Festival in Amsterdam einen Preis holte, vor zwei Jahren schon in Augsburg auf. „Jiddische Musik kann schwerlich einen besseren Vertreter als ihn haben“, urteilte die Jury bei der Preisverleihung. Im Alter von zwölf Jahren sang er bereits mit den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Claudio Abbado und studierte später Gesang und Klavier. „Ich saß Tage und Wochen im Haus meiner Großmutter in Jerusalem und war verzaubert von ihren Geschichten, dem Glanz in ihren Augen und ihren Liedern, die sie am Leben hielten“, verriet Yoéd Sorek.

Die letzte Veranstaltung des Kulturherbstes ist ein Konzert mit jungen Talenten in der Aula der Staatlichen Realschule Mering am 18. November um 18 Uhr. Verschiedene Musiklehrer aus Mering und Kissing werden mit einigen ihrer Schüler auf der Bühne stehen. Auch die Chorklassen von Musiklehrerin und Organisatorin Monika Nees werden wieder mit von der Partie sein.

Info: Karten zu den Veranstaltungen in der St.-Johanneskirche, Martin-Luther-Str. 1 sind zu 12 Euro (ermäßigt 8 Euro) nur an der Abendkasse erhältlich. Zum „Konzert junger Talente“ ist der Eintritt frei, ein Unkostenbeitrag wird am Ausgang erbeten. Informationen über den Meringer Kulturherbst auch unter
www.meringer-kulturherbst.de .
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