Meringer Realschüler erleben ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte auf besondere Art

Der Tenor Yoed Sorek aus Augsburg sang, begleitet von Susanna Klovsky am Klavier, den Schülern der zehnten Klassen der Realschule Mering die Lieder und Geschichte seiner jüdischen Großmutter Sima vor.
Mering: Realschule | Der jüdische Tenor Yoed Sorek trug den zehnten Klassen die jiddischen Lieder seiner Großmutter Sima vor. Mit seinem Vortrag berührte er Schüler und Lehrer.

Den Holocaust durch den national-sozialistischen Führer Adolf Hitler, bei dem Tausende von Juden qualvoll in Konzentrationslagern umkamen, hatten die Schüler bereits in der neunten Klasse im Fach Geschichte durchgenommen. Mitte März wiederholten die Abschlussklassen das Thema, bevor sie ins Konzentrationslager Dachau fuhren. Den Film, der über die grausame Wahrheit dieser Arbeitslager Auskunft gibt, sahen sich die Schüler am Vortag an. Zum Abschluss stand eine musikalische Veranstaltung mit dem Augsburger Tenor Yoed Sorek und Susanna Klovsky am Klavier auf dem Programm. Schulleiter Andreas Pimpl begrüßte Lothar von Gernet und Annemarie Wurm von der ARGE Städtefreundschaft Mering-Karmiel, die einen Teil der Kosten übernehmen wird.

Yoed Sorek lebt und arbeitet in Deutschland und hat hier schon viele Freunde gefunden. „Eure Groß- und Urgroßeltern haben Hitler gewählt. Lasst uns gemeinsam an einem friedlichen Zusammenleben arbeiten, dass so etwas nicht mehr passiert“, forderte er die jungen Zuhörer auf. „Simas Lieder“ erzählte in jiddischer Sprache die Geschichte seiner Großmutter, die in Litauen mit ihren Eltern und Geschwistern lebte. Yoed Sorek sang Lieder, deren Text und Musik von Juden geschrieben wurde, und erzählte, wie deutsche Besatzer Simas Vater und Bruder in Vilnius abholten. Ponar hieß der Ort voller Angst und Horror, von dem sie nicht mehr zurückkehrten. Auch die Mutter verloren die Schwestern, bevor sie in das grausame deutsche Lager Stutthof gebracht wurden.

Die Schüler erfuhren, dass arme Leute täglich Kartoffeln aßen, hörten ein nostalgisches Lied über die litauische Hauptstadt Vilnius und klatschten beim schwungvollen Lied „Minutn fun Bitokhn“ (Minuten für die Sicherheit) des jüdischen Troubadours Mordechaj Gebirtig begeistert mit. „Das Thema war für uns sehr bedrückend. Aber viele Deutsche wussten nicht, was Hitler mit den Juden plante oder weigerten sich, da mitzumachen und verloren ihr Leben“, sagten Schüler nach der Veranstaltung.
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