Meringer Schloss: Es war Liebe auf den ersten Blick

Mit vielen Gästen wurde im neu gestalteten Schlosspark gefeiert. Foto: Stöbich
Mering: Mering | Über das gelungene Ende eines millionenschweren Mammutprojekts freute sich Bürgermeister Hans-Dieter Kandler, als er das symbolische rote Band vor dem Meringer Schloss durchschnitt. Es war seit Oktober 2014 saniert und umgebaut worden, jetzt feierten die Vertreter der 20 beteiligten Firmen mit den Eigentümern der neuen Wohnungen die Fertigstellung. Einige Restarbeiten müssen zwar vor allem an den Außenanlagen noch erledigt werden, doch im Herbst ist das Schloss dann endgültig bezugsfertig.
"Sie haben gut gewählt", sagte Kandler zu den Besitzern und zählte die Vorzüge der Marktgemeinde auf. Er zeigte sich froh darüber, dass das historische Gemäuer wieder mit Leben erfüllt wird und im neuen Glanz jetzt ein Schmuckstück für Mering darstellt.
Mario Massano, Geschäftsführer der Münchener Schloss Mering Estate GmbH, dankte bei der Feier allen am Bau Beteiligten und stellte fest: "Es war Liebe auf den ersten Blick, als ich mir das Gebäude angeschaut habe!" Nach umfangreichen Abbrucharbeiten, bei denen die Überbleibsel der früheren Schlossbrauerei entfernt wurden, begann die eigentliche Sanierung am 9. März vergangenen Jahres. Brandschutz, Denkmalpflege, Stellplätze und viele andere Probleme konnten mit Landratsamt und Gemeinde einvernehmlich geklärt werden, berichtete Massano. Er wird neben dem Eingangstor ein Büro beziehen, während sein Sohn Tobias im Schloss eine Stadtwohnung mit seiner Lebensgefährtin Nilla Nielsen hat. Die Sängerin aus Schweden umrahmte die Feier mit eigenen Songs und schnitt mit Kandler das symbolische Band durch, damit sich die Gäste im Innenhof ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten machen konnten.
„Für die neuen Bewohner wird in der parkähnlichen Freifläche ein großzügiger Freiraum angelegt, auf dem auch Kinderspielgeräte, Müllstandplätze und Ständer für etwa 40 Fahrräder untergebracht sind“, kündigt Massano an. Außerdem soll es für die Gemeinschaft eine großzügige Springbrunnenanlage im Innenhof geben. Eingebettet in Echtsteine, wird sie über einen separaten Wasserkreislauf im Sommer für Abkühlung sorgen.
Das komplette Grundstück umfasst 9350 Quadratmeter; der große Schlosspark mit überdachten Carports entlang der Mauer soll als solcher erkennbar bleiben. Das vorhandene historische Turmhäuschen im Garten wird ebenfalls restauriert und als kleines Museum zur Ausstellung historischer Requisiten ins Gemeinschaftseigentum übernommen. Das Gebäude an der Bouttevillestrasse hat eine lange Geschichte, die sich noch heute in der Architektur widerspiegelt.
Ursprünglich eine Gründung der Welfen, war das Anwesen seit 1939 im Besitz der Familie Grauvogl gewesen. Der Brauereibetrieb, im Jahr 1604 erstmals erwähnt, wurde 1982 eingestellt. Jahrelang hatte man sich um eine Nutzung für das Schloss bemüht; alle Pläne für eine gewerbliche Verwendung waren letztlich aber daran gescheitert, dass es wegen der engen Tordurchfahrt in den Innenhof keine ausreichende Zufahrtsmöglichkeit für Lastwagen gibt.
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