Reges Interesse für mehr Nachhaltigkeit

Gemeinderätin der Grünen, Petra von Thienen, nahm die Vorschläge für mehr Nachhaltigkeit im Ort Mering entgegen.
 
Gisela Listl lässt aus alten Stücken mit "Gwand art" Neues entstehen, wie hier das schicke Top mit Rock und Blazer.
Mering: Lippgarten | Schon bei der St. Michaelskirche war die herrliche Jazzmusik der Band Last Contact zu hören und wer sich auf die Suche machte, wurde sehr schnell fündig: Mering feierte sein erstes Nachhaltigkeitsfest mit einem Markt an Ideen, Aktionen und Produkten im Lippgarten. Geschätzt 1000 Besucher nutzten den Nachmittag für Kaffee und Kuchen oder ließen sich die frisch zubereiteten biologischen Gerichte Paella und Gemüsepfanne mit Feta schmecken.
Ein autofreies Zentrum, Mering im MVV, mehr Radwege und verkehrsberuhigte Zonen oder Obstbäume am Straßenrand wünschen sich einige Besucher für Mering. Ideen zu mehr Nachhaltigkeit im Ort wollten die Veranstalter beim ersten großen Nachhaltigkeitsfest „Zukunftsmarkt Mering, die Region feiert nachhaltig“ von den Gästen erfahren. Die Veranstaltung wurde den ganzen Tag über gut besucht, manche kamen gleich nach dem Gottesdienst auf das Gelände.

Steffen Zeun von Tonis Radleck hat mehrere e-Bikes mitgebracht. Das „Fat-Bike“ mit dickeren Reifen für mehr Sicherheit im Winter für stolze 3699 Euro ist sein eigenes und er ist sehr zufrieden, erzählt er. „Die e-Bikes sind derzeit sehr gefragt. Letzte Woche habe ich fünf Fahrräder verkauft, manchmal sind es sogar 10. Einige Besucher haben sich schon für die kommende Woche angemeldet“, freut er sich. Anneliese Knötig ist seit zwei Jahres Besitzerin eines e-Bikes und sehr zufrieden. In Mering benutzt sie ihr normales Fahrrad, aber für ihre jährliche Radltour mit „topfitten Sportlern“ könne sie ohne e-Bike nicht mithalten, verrät sie. Nicht weit entfernt treten Kinder kräftig in die Pedale, um sich einen Smoothie mit ihrer eigenen Körperkraft herzustellen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club hilft nicht nur bei Pannen und Unfällen weiter, sondern gibt auch Auskunft zu Werkstätten und Unterkünften für Radl-Touristen. Er hält Fahrradkarten und Tourenprogramme auch für Nichtmitglieder bereit. In Augsburg gibt es sogar die Fahrrad-Selbsthilfe-Werk-statt Bikekitchen, in der man jeden Donnerstag von 18 bis 20 Uhr sein defektes Rad mit Unterstützung reparieren und danach mitkochen und essen kann (Näheres unter bikekitchenaugsburg.wordpress.com).
Anna-Felicitas Geßner, die erst seit drei Monaten in Mering wohnt, genießt ihre Paella und lauscht den Jazzklängen auf der Bühne. „Ich wollte wissen, was es in der Region gibt und fand vor allem den Lehmbau sehr interessant“, sagt sie. Die Produkte des Imkervereins Mering und die Krawattentaschen hat sie sich bereits angesehen. Claudia Richert aus Kissing gefallen die selbstgestalteten Armbänder des Vereins IKM. Sie findet es gut, dass die Veranstalter auch viele Aktionen für Kinder anbieten. Der 11-jährige Ferdinand bohrt mit Klaus Dörsam am Stand vom Bund Naturschutz eine Nisthilfe für Wildbienen, die Doris Gerlach auf der Streuobstwiese beim Wohngebiet Unterfeld anbringen möchte. Andere Kinder mahlen Getreide oder spinnen eifrig Wolle. Eine Schaukelliege aus Holz bei der Schreinerei probieren auch viele aus. Groß ist das Interesse am Stand des Repair Cafés Friedberg, das gerne dem Meringer Bürgernetz beim Aufbau helfen möchte, aber ein Hauptverantwortlicher für die Einrichtung ist noch nicht gefunden. Die Friedbergerin Eva Bahner von Oiko Credit bietet ein ethisch-nachhaltiges Investment in Entwicklungsländern, das Arbeit und Einkommen schafft und 2 % Zinsen bringt und schon ab 200 Euro möglich ist. Wer nachhaltige Lebensmittel aus der Region kaufen möchte, findet bei der Vereinigung „Unser Land“, zu denen der Asamhof in Kissing und der Schererhof in Schmiechen zählen, ein reichhaltiges Angebot. „Aus alt mach neu“ ist Gisela Listls Motto. Wer sein Lieblingsstück nicht wegwerfen möchte, für den hat sie mit ihrem Projekt „Gwand art“ bestimmt eine neue Idee parat.
Marlene Raab konnte bei ihrem Besuch viel dazulernen. Ein Musterbeispiel an Nachhaltigkeit sei für sie die Bücherei Mering, bei der etwa 60 Leute ein Buch lesen. Sehr zufrieden zeigten sich die Hauptorganisatoren Michael Dudella, Bildungsreferent bei der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Augsburg (KAB) und Rudi Kaiserswerth (B90/Die Grünen), die das Fest mit weiteren Organisationen seit Oktober planten. Sie erhielten durchwegs positive Rückmeldungen und wurden gebeten, das Fest auch im nächsten Jahr wieder zu veranstalten.
Info: Videos und weitere Infos vom Nachhaltigkeitsfest in Mering auf der Internetseite www.mering.info.
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