Studenten aus Karmiel lernen Familienleben und bayerische Gewohnheiten kennen

Maxim, Maria und Nika aus der befreundeten israelischen Stadt Karmiel sind zu Gast in Unterbergen und planen eine Plattform für den Austausch junger Erwachsener.
 
Abends treffen sich die jungen Studenten aus Israel (links hinten) mit jungen Menschen aus der Region, auch mit den in Unterbergen lebenden Asylbewerbern.
Mering: Gemeinde | Plattform für Austausch Jugendlicher und junger Erwachsener im Rahmen der Städtefreundschaft Mering-Karmiel ist im Aufbau

Die Schwestern Nika und Maria und Maxim spielen mit jungen Deutschen und jungen Somaliern Billard und trinken ein Glas bayerisches Bier. Sie unterhalten sich auf Englisch und verstehen sich auf Anhieb gut miteinander. Schon eine Woche sind die jungen Studenten aus der befreundeten israelischen Stadt Karmiel in Unterbergen zu Gast und bleiben nochmals 7 Tage. Sie haben nicht nur München und Augsburg besichtigt, vor allem das Familienleben, die Bräuche und Gewohnheiten in Bayern, Organisationen in Mering und technische Anlagen wie das Wasserwerk interessieren sie.

Maria und Maxim sind 29 und 25 Jahre alt, sie studieren in Karmiel Maschinenbau und werden ihre Ausbildung im nächsten Jahr beenden. Nika war bis vor kurzem beim Militär, das in Israel auch für Mädchen nach der Schulzeit verpflichtend ist und arbeitet derzeit in Akko in einem Bekleidungsgeschäft als Teilzeitkraft. Sie war bereits im Juni beim Israelfest mit dem grandiosen und umjubelten Ella-Ensemble in Mering als Solistin zu hören. Im Jahr 2013 kam sie erstmals mit Jugendlichen in die Region und war von der Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der als verschlossen geltenden Bayern gleich angetan. Deshalb meldete sie sich auch als zweiter Tutor neben Pnina Goshen in Karmiel für die neue Plattform, durch die der Austausch zwischen jungen Menschen aus Mering und Karmiel geregelt werden soll.

Im Juli reisten der Kulturbeauftragte von Mering, Lothar von Gernet und der Initiator der Städtefreundschaft, Günter Wurm, im offiziellen Auftrag des Meringer Bürgermeisters Hans-Dieter Kandler nach Karmiel, um als Ehrengäste am größten Tanzfestival Israels teilzunehmen und Ideen für die neue Städtefreundschaft zu sammeln. In diesem Rahmen entstand die Idee, eine Plattform für einen Austausch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufzubauen. Sie überbrachten dem überraschten Bürgermeister von Karmiel ein aus Holz handgefertigtes Wappen des Landkreises von Landrat Klaus Metzger, von Bürgermeister Hans-Dieter Kandler hatten sie einen Zinnteller mit Meringer Wappen im Gepäck. Der Kulturbeauftragte Merings, der mit Günter Wurm als Tutor in Mering fungiert, lud die jungen Menschen aus Israel nach Mering ein und sie planten ihre Reise für September. Auch Pnina Goshen wird mit ihrer Tochter Tal noch in diesem Monat nach Mering kommen. Inzwischen sind die Mitglieder der ARGE Städtefreundschaft Mering/Karmiel bereits damit beschäftigt, zu den bestehenden 20 Familien im südlichen Landkreis Aichach-Friedberg weitere Familien zu finden, die gerne junge Menschen aus Karmiel aufnehmen möchten. Sie entwerfen einen Fragebogen, den die Familien ausfüllen sollen, damit der Tutor schnell einen geeigneten Austauschpartner finden kann. Essgewohnheiten, Haustiere, Hobbys, Raumangebot, Zahl und Alter der Kinder sind zum Beispiel wichtige Entscheidungskriterien. Es ist geplant, dass die jungen Menschen über das ganze Jahr hinweg alleine in die befreundete Stadt anreisen können.

Maria, Nika und Maxim besuchten bereits die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Augsburg und München, außerdem den Zoo Hellabrunn und das Oktoberfest. Sie waren in Mering beim 3. Bürgermeister Reiner Heinrich zu Gast, lernten die Arbeiterwohlfahrt kennen und besuchten den Stammtisch der Grünen. Beim Weltkindertag werden sie sich engagieren und auch ein Treffen zum Tee bei den Asylbewerbern in Unterbergen steht noch auf dem Plan. Da es bei ihnen keine Abfalltrennung wie in Deutschland gibt, möchten sie sich auf dem Wertstoffhof umsehen. Auch das Meringer Wasserwerk interessiert die jungen Studenten. Sie sind sehr neugierig und aufmerksam: der Hausbau in Deutschland, technische Anwendungen und der Tagesablauf interessieren sie. Deshalb sind sie froh, bei Günter Wurm in Unterbergen wohnen zu können, mit seinen Kindern die Umgebung zu erkunden, typische deutsche Gerichte kennenzulernen, eine Ziegenfarm in Scheuring zu besuchen und am Wochenende das Neujahrsfest in der Augsburger Synagoge zu feiern. „Unser Land ist sehr innovativ und viele Erfindungen wie Google, Intel, USB-Sticks, die Jugendliche gern und häufig benutzen, wurden in Israel gemacht“, erzählen Maria, Nika und Maxim und würden sich freuen, deutsche Jugendliche aus Mering und Umgebung bald in ihrer Gemeinde willkommen zu heißen. Sie sind überzeugt, dass die Städtefreundschaft Mering-Karmiel eine große Zukunft für junge Menschen bedeutet.
Info: Familien und Jugendliche, die am Austauschprogramm teilnehmen möchten, werden gebeten sich unter den E-Mail-Adressen der Tutoren gwurm@gmx.de oder lothar_von_gernet@email.de zu melden.
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