Syrische Familie in Mering braucht dringend eine Bleibe

Momentan lebt diese syrische Familie nur in einem Zimmer und hofft, bald in eine Wohnung in Mering umziehen zu können.
 
Die Brüder Achmed und Mustafa Bader haben zwar im April eine Arbeit begonnen, brauchen aber noch eine Wohnung.
Mering: Gemeinde | Händeringend bemüht sich Erster Bürgermeister Hans-Dieter Kandler, für eine syrische Familie in Mering eine Wohnung zu finden. Der kurzfristige Familiennachzug innerhalb von nur zwei Tagen nach Bekanntgabe erfordert von ihm und den ehrenamtlichen Asylhelfern ein schnelles Handeln.

Seit einer Woche wohnen Haitham Ghnimi aus Syrien, seine Frau und ihre vier Kinder in einem Zimmer in der Kanalstraße. Zwei Mädchen schauen sich gerade ein Bilderbuch an, die anderen beiden sind sehr müde und legen sich in einem Bett zum Schlafen. Sie sind glücklich, endlich in Mering wieder vereint zu sein und warten darauf, von der Gemeinde eine Wohnung zu erhalten.
Eine Anerkennung haben bereits alle 40 Bewohner der Kanalstraße und müssen am 1. August ausziehen. Zwei konnten bereits in Mering eine Wohnung finden, zehn weitere durch Bekannte oder auf eigene Faust im gesamten Bundesgebiet unterkommen. Zwei Tage verbrachte Haitham Ghnimi in München bei einem Onkel und hofft, dass ihm Bürgermeister Hans-Dieter Kandler bald die Wohnung einer Familie, die jetzt eine größere benötigt, vermitteln kann. Bis auf weiteres haben sie nur das eine Zimmer mit zwei Betten, die anderen vier Familienmitglieder müssen auf Matten schlafen. Als der Bürgermeister vom Nachzug der Familie erfuhr, setzte er sich sofort mit der Ausländerstelle in Verbindung. Ob und wann der Umzug möglich ist, steht noch nicht fest. Siegfried Schwab, der seit über 60 Jahren in Mering lebt, kümmert sich seit Ende August um die syrischen Bewohner in der Kanalstraße und ist ihnen jetzt bei der Wohnungssuche behilflich. Mit einem Flyer möchte er die Bürger Merings auffordern, ihm freie Zimmer oder Wohnungen zu melden. Da der Zuschuss des Jobcenters für eine Einzelperson bei 410 Euro liegt, sollte die Miete nicht mehr als 350 Euro betragen. „Ich möchte gerne in Mering bleiben. Hier fühlen wir uns sicher und gehen jeden Tag am Badanger spazieren“, erzählt Haitham. Größtenteils zu Fuß kam er mit seinem Freund Mustafa in 20 Tagen über die Türkei, Samos, Mazedonien, Ungarn und Österreich in einer Gruppe von 300 Menschen nach Deutschland. Vormittags besucht er derzeit einen Integrationskurs in Augsburg, zweimal in der Woche trainiert er noch am Nachmittag mit der ehrenamtlichen Helferin Anke Gschwendler, um die erworbenen Deutschkenntnisse noch zu verbessern. Wenn die Kinder die Schule besuchen, möchte auch seine Frau am Deutschunterricht teilnehmen. „Wir lebten in der Nähe von Damaskus. Unser Haus, Garten und Auto sind kaputt. Die Familie lebte erst in Aleppo und dann bei Verwandten in der Türkei“, erzählt Haitham betrübt. Nur zwei Tage vor der Anreise erfuhr er vom genehmigten Nachzug seiner Familie. Seine Frau und die Kinder schauen gerne Fernsehen, malen oder sehen sich Bilderbücher an. Die beiden größeren Mädchen haben durch das Gespräch mit Gleichaltrigen schnell ihre ersten deutschen Wörter gelernt. Haitham hofft, dass er bald eine Arbeit in seinem Beruf als Maler finden wird. Dieser Wunsch ist für die kurdischen Brüder Achmed und Mustafa Bader bereits in Erfüllung gegangen. Beide arbeiten seit April im Dönerladen in Mering St. Afra. Sie brauchen ebenfalls eine Wohnung, damit ihre Familien aus Syrien kommen können. Sie verstehen und schreiben mittlerweile ganz gut, weil sie acht Monate lang einen Deutschkurs beim Ehepaar Reiser besucht haben. Aufgrund ihres Fleißes und der Zuverlässigkeit haben sie diesen schnellen Erfolg geschafft, denn sie kamen als Analphabeten nach Deutschland.

Info: Wer ein Zimmer oder eine Wohnung anbieten kann, sollte sich telefonisch unter 08233/9324 oder 0177/3495328 oder unter der E-Mail-Adresse it@siggi-schwab.de mit dem zuständigen Ansprechpartner Siegfried Schwab in Verbindung setzen.
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