„Was ist denn fair?“ ist das Motto des Weltgebetstages der Frauen

Das Orchester aus Monika und Carolina Nees, Patricia Fleig und Arras Mustafa (von links gesehen) begleitete die wunderschönen Lieder, die die Teilnehmer des Weltgebetstages kennenlernen und singen durften.
Mering: Papst-Johannes Haus | Etwa 40 Frauen lernen die Lebensbedingungen und Probleme der Frauen auf den Philippinen kennen

Zerstörerische Naturgewalten wie Vulkane und Taifune. Schon Kinder müssen aus finanzieller Not in großen Städten als Haushaltshilfe arbeiten und werden oft miss-braucht, ausgebeutet oder des Diebstahls bezichtigt. Mütter arbeiten als Tagelöhnerin auf Zuckerrohrplantagen und noch als Straßenverkäuferin und machen die Wäsche für andere Familien, um ihre Kinder einigermaßen gut ernähren zu können. Auch wenn die Philippinen mit mehr als 7000 Inseln ein Land voller Schönheit sind und dort Reis und tropische Früchte wachsen, gibt es vor allem für Frauen viele Probleme, erfuhren die Besucher beim Weltgebetstag der Frauen im Meringer Papst-Johannes-Haus.

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Bild der philippinischen Künstlerin Rowena Laxamana-Sta. Rosa (Apol), das die Lebensbe-dingungen auf den Philippinen widerspiegelte: rechts Arbeiter auf den Reisterrassen und Fischer auf dem Meer, links ein Kind, das neben einem riesigen Müllberg in einem Buch lernt, in der Mitte eine junge Frau, die sich ein Auge zuhält, um die Realität nicht sehen zu müssen.

Die Besucherinnen hörten das Gleichnis vom Weinbergbesitzer, der allen Arbeitern, auch wenn sie zu unterschiedlichen Zeiten begonnen hatten, denselben Lohn zahlte. Sie erfuhren, dass es auf den Philippinen üblich ist, beim Pflanzen und Ernten von Reis den Nachbarn ohne Bezahlung zu helfen. Aber die Ernte wird dafür geteilt, was „Dagyaw“ genannt wird. Es war Zeit, sich mit den anderen auszutauschen, wie man gerecht handeln könne und was „fair“ bedeute.
Als Zeichen, mit Gottes Hilfe für Gerechtigkeit sorgen zu wollen, teilten die Organisatorinnen - der katholische Frauenbund Mering und Frauen aus der evangelischen St.-Johanneskirche - kleine Tüten mit Reis aus. Der Schrei um Hilfe „Sigaw!“ begleitete die Fürbitten um Gerechtigkeit, Liebe, Unterstützung, Frieden und die Möglichkeit, dass jeder seine Fähigkeiten verwirklichen kann. Fast 500 Euro betrug die Kollekte der Meringer Frauen für Projekte des Deutschen Weltgebetstagskomitees, die Frauen und Mädchen in Europa, Lateinamerika, Afrika, dem Nahen Osten und Asien fördern. Zum Schluss konnten die Besucherinnen am reichhaltigen Buffet pikante und süße Speisen der Philippinen probieren.
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