Ein Symbol für die Naturzerstörung: Gegner der Osttangente weihen rote Skulptur ein

Skulptur von Stephan Kreppold

Ab sofort kann an der Ortseinfahrt von Kissing, direkt neben der B2 und gegenüber den Gewerbehallen, eine Skulptur des Biolandwirts, Naturschutzaktivisten und Künstlers Stephan Kreppold bewundert werden. In knallroter Farbe frisst sich ein Industrie- und Straßenmonster durch die Landschaft und walzt Hase, Baum und Feld nieder.

Bauern unterstützen Gegner der Osttangente

„Immer wenn ich an der Ignoranz des Menschen gegenüber unserer Natur verzweifle, stelle ich mich hin und schmiede meine Trauer und Wut in eine Skulptur – danach geht es mir dann meist besser“, so der Künstler zu seinem Werk, dass er den Gegner der Osttangente zur Verfügung stellte. Mit Unterstützung der Familie Asam vom gleichnamigen Biobauernhof in Kissing wurden Eigentümer gesucht, die ein geeignetes Grundstück als Standort für die Skulptur zur Verfügung stellen. In Michael Hamann und seinem Bewirtschafter Peter Sedlmeir fanden sich dann auch schnell Landwirte, die dieses Anliegen unterstützen.

Anders als vielfach in den Medien berichtet, sind viele Bauern durchaus sehr naturverbunden und lehnen deshalb auch den Bau der Osttangente als natur- und heimatzerstörerischen Akt ab. An der Skulptur wurde ein Schild mit der Aufschrift „Ausfahrt Kissinger Heide“ angebracht als dezenter Hinweis auf die Naturschutzgebiete in Kissing, die durch die Osttangente bedroht sind.

Aktionsbündnis sieht in weiterer Straße "keine Entlastung"

Der Sprecher des Aktionsbündnisses, Wolfhard von Thienen, machte in einer kurzen Rede deutlich, dass die Skulptur hier in Kissing genau am richtigen Ort steht. „Sie macht das Groteske dieser Situation deutlich – die Politik verspricht den Bürgern eine Entlastung aber tatsächlich werden sie keine Entlastung auf der B2 bekommen, sondern sie werden zusätzlich durch eine weitere Schnellstraße eingequetscht werden, die mitten durch ihre Naturschutz- und Erholungsgebiete führen wird“. Er bedankte sich dann auch herzlich bei dem Künstler und den Landwirten, die diese Aktion erst möglich machten.
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