Flächenverbrauch in Bayern muss reduziert werden

Landtagsabgeordneter der Grünen, Ludwig Hartmann (links) und Thomas Frey, Regionalreferent des Bundes Naturschutz Bayern (rechts) kamen auf Einladung von Petra von Thienen, der Fraktionsvorsitzenden der Grünen Merings (zweite von links) und Doris Gerlach, Ortsvorsitzende des Bundes Naturschutz, nach Mering und hielten Fachvorträge und beantworteten Fragen der Besucher.
Mering: Schlossmühle | Täglich verschwinden große Freiflächen, um Wohn- und Gewerbegebiete zu erschließen oder Straßen zu bauen. Über die damit verbundenen Probleme und die Möglichkeiten einer Reduzierung des Flächenverbrauchs referierten Thomas Frey, Regionalreferent für Schwaben beim BUND Naturschutz in Bayern und Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im bayerischen Landtag. Sie beantworteten auch Fragen interessierter Bürger und Gemeinderäte, die in die Meringer Schlossmühle gekommen waren.

In Bayern werden pro Tag 18 Hektar Land verbaut. Von 2000 bis 2013 stieg im Landkreis Aichach-Friedberg die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 12,35 Prozent und damit um fast ein Prozent mehr an als in Bayern. Im Jahr 2002 formulierte die Bundesregierung das Nachhaltigkeitsziel, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2020 von 120 auf 30 Hektar pro Tag im gesamten Bundesgebiet zu senken, für Bayern bedeutet dies eine Reduzierung auf 4,5 Hektar. Mit dem Ansatz der Freiwilligkeit und Verlagerung der Verantwortung auf die Kommunen scheiterte der bayerische Weg: das System des Wettbewerbs um Gewerbe- und Einkommensteuer sowie Straßenbauzuschüsse überfordere die Kommunen mit der Aufgabe des Flächensparens. Eine Erhaltung der Freiflächen ist aus vielen Gründen erforderlich: die Menschen brauchen Erholungsräume, Tiere und Pflanzen Lebensraum, sie sind Grundlage für sauberes Trinkwasser. Nicht nur als Anbaufläche für Lebens- und Futtermittel, zum Schutz vor Hochwasser und zur Verbesserung des lokalen und globalen Klimas, sondern vor allem als Zeichen der bayerischen Identität müsse die Landschaft erhalten werden, informierte Frey die Zuhörer. 50 Prozent des Flächenverbrauchs diene allein der Schaffung von Wohnfläche und Wohnerschließungsstraßen. Ein großes Problem sei auch die Absicht, dass für Gewerbeflächen Ausnahmen vom Anbindegebot - neue Siedlungen müssen an bisherige anschließen – gemacht werden sollen. Zur Reduktion des Flächenverbrauchs sind Alternativen zum Einfamilienhaus nötig, d. h. es sollten vermehrt Wohnungen für Singles und Senioren im Ortskern und mehrstöckige Häuser gebaut werden. Furth bei Landshut sei hierfür ein optimales Beispiel.
Ludwig Hartmann, seit 2008 im bayerischen Landtag, zeigte Möglichkeiten auf, den Flächenverbrauch zu senken. Seiner Meinung nach würden Gewerbeflächen oft zu günstig verkauft und zu großzügig ausgewiesen. Die Fraktion der Grünen beabsichtige, das Ziel von 5 Hektar Flächenverbrauch pro Tag in den Landtag einzubringen. Die Lockerung des Anbindegesetzes sollte es nicht geben. Die Kommunen müssten bemüht sein, bezahlbaren Wohnraum und zwar vermehrt Mietwohnungen zu schaffen.
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