Im Wittelsbacher Land fehlen Hunderte von Wohnungen

Das Millionen-Projekt in Mering stellte Wohnbau-Geschäftsführer Max Rössle vor. Foto: Stöbich
Mering: Mering | Rund vier Millionen Euro kosten 23 Sozialwohnungen, die in der Meringer Wendelsteinstrasse von der Wohnbau GmbH für den Landkreis Aichach-Friedberg errichtet werden. Beim Spatenstich erinnerte Geschäftsführer Max Rössle an die dreijährige Planungsphase mit einigen baurechtlichen Hindernissen; wegen der schwierigen Bodenverhältnisse wird das Großprojekt nur teilweise unterkellert.
Es ist angesichts der enormen Nachfrage im Landkreis ein Tropfen auf den heißen Stein, denn der Neubau ersetzt eine über 60 Jahre alte Anlage. 1952 hatte der Markt Mering den Komplex an der Wendelsteinstrasse errichtet, der sowohl vom Raumangebot als auch von den technischen Standards nicht mehr zeitgemäß war; die letzte Sanierung erfolgte vor zwei Jahrzehnten.
Künftig soll es mehr Komfort und mehr Platz geben: 23 statt wie bisher 22 Wohneinheiten mit insgesamt 1357 Quadratmetern stehen ab September 2017 zur Verfügung. Es handelt sich um je drei Vier- und Dreizimmerwohnungen sowie zwei Einzimmer-Appartements. Die meisten sind Zweizimmer-Wohnungen, die ebenso wie die gesamte Anlage barrierefrei sind.
Geplant sind zwei dreigeschossige Baukörper in energiesparender Massivbauweise. "Überall gibt es Balkon oder Terrasse, behinderten- und seniorengerechte Bäder", sagte Rössle. Zwei der Wohnungen werden an Schwerbehinderte vermietet, die sich weitgehend selbst versorgen können, aber von Mitarbeitern des Fritz Felsenstein-Hauses in Königsbrunn betreut werden.
Landrat Klaus Metzger wies beim Spatenstich auf die erfolgreiche Arbeit der Wohnbau GmbH hin: "Seit ihrer Gründung vor 25 Jahren ist der Immobilienbestand kontinuierlich gewachsen!" Der Landkreis hatte 1991 als Sacheinlage 159 Wohnungen bereitgestellt, acht Jahre später trat Kissing mit 44 Wohnungen bei, Mering folgte 2004 mit 94 Wohnungen. Dazu kamen Objekte, welche die GmbH selbst baute: In Aindling eines für betreutes Wohnen, in Friedberg eine Wohnanlage am Wasserturm und in Mering an der Hörmannsberger Strasse. Seit ihrer Gründung hat die Gesellschaft knapp 33 Millionen Euro investiert. "Landkreis und Kommunen sind sich ihrer Verantwortung bewußt", stellte Metzger fest und lobte das gute Miteinander aller Beteiligten.
"Im Wittelsbacher Land herrscht derzeit ein Bedarf an rund 800 Wohnungen für sozial schwächer gestellte Menschen", sagt Rössle und prophezeit: "Die Situation wird sich noch verschärfen" - zum einen durch den Zuzug von Flüchtlingen, zum anderen durch die Tatsache, dass sich die Einkommensschere zwischen gut und schlechter verdienenden Menschen immer weiter spreizt.
"In den vergangenen 15 Jahren wurde der soziale Wohnungsbau vom Staat kaum mehr unterstützt", so Rössle. Das mache sich jetzt deutlich bemerkbar, weil mehr Wohnungen aus der Sozialbindung fallen als durch Neubauten ersetzt werden. "Wir würden jederzeit neue Projekte in Angriff nehmen, aber in der derzeitigen Marktsituation bekommen wir keine Grundstücke, die wir uns leisten können."
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