Kreis stoppt Schulbau in Mering

Das politische Hickhack um acht- oder neunstufiges Gymnasium veranlasste den Bildungsausschuss des Kreistags Aichach-Friedberg dazu, den Bau des Mensagebäudes für das Gymnasium in Mering zu stoppen. Erst soll abgewartet werden, wie die für März angekündigte Entscheidung der bayerischen Staatsregierung zu einer eventuellen Wiederbelebung des G 9 ausfällt. Kommt es tatsächlich zurück, ist die neue Schule spätestens 2021 definitiv zu klein.

Das Gymnasium in Mering wurde im September bezogen. Aktuell wird am daneben liegenden Mensa-Gebäude gebaut. Es ist ebenso wie das Gymnasium so konzipiert, dass es aufgestockt werden kann. Der Zusatzbedarf für das G 9 könnte mit drei Klassenzimmern am günstigsten auf dem Mensagebäude verwirklicht werden. Dieses nun fertigzustellen, um dann im laufenden Betrieb die frisch fertiggestellte Dachkonstruktion spätestens in zwei bis drei Jahren abzutragen und aufzustocken, schien dem Bildungs- und dem Bauausschuss des Kreistags Aichach-Friedberg sinnlos.

Zugleich wächst von Jahr zu Jahr der Engpass in der Mensa. Aktuell werden dort 380 Schüler verpflegt, ab nächstem Schuljahr sind es 100 mehr. Insgesamt wird die Zahl über die Jahre auf 780 ansteigen, da bisher nur Schüler bis zur 8. Klasse unterrichtet werden. Die vorübergehende Lösung kann aus Sicht der Leitungen von Gymnasium und Realschule noch ein Jahr aufrecht erhalten werden. Eigentlich sollte die Mensa im September in Betrieb gehen.
Die Bauunterbrechung verursacht Kosten, weil die vergebenen Gewerke ausgesetzt werden müssen. Firmen könnten Forderungen deshalb erheben. Acht laufende Vergabeverfahren wurden aufgehoben.
Der Rohbau samt Betondecke – ein geplantes Oberlicht wurde schon gestrichen – kann vergleichsweise problemlos und mit wenigen Modifikationen fertiggestellt werden, wie Sonja Nemetz, Leiterin des kommunalen Bauamts, darlegte. Sobald die Entscheidung aus München vorliegt, die mit großer Wahrscheinlichkeit zugunsten des G 9 ausfallen wird, sollen neue Überlegungen folgen. Wobei eine Aufstockung einer komplett eigenständigen Planung bedarf.


Die Kommentare:

Katrin Müllegger-Steiger (Grüne): „Uns bleibt nicht anderes als ein Baustopp übrig. Wir sitzen zwischen allen Stühlen und sind von der bayerischen Staatsregierung dahin gesetzt worden. Das G 8 wurde gegen alle Widerstände durchgedrückt und nun wird es unter dem Druck von Eltern und Lehrer – Gott sei Dank – zurückgenommen. Die Frage ist, ob die Kosten dafür bei uns hängen bleiben.“

Roland Fuchs (SPD): „Ich zitiere meine Bundeskanzlerin ungern, aber der Baustopp ist alternativlos. Dank der überwältigenden und vorausschauenden Bildungspolitik, haben wir nur die Möglichkeit, ,Ja’ zu sagen. Jetzt können wir nur hoffen, dass es eine Entschädigung für den Landkreis gibt. Übrigens wäre ein ,Mea Culpa’ der Staatsregierung, die das G 8 gegen die Stimmen der meisten Betroffenen in die Welt gesetzt hat, auch einmal ein schönes Signal für Bayerns Bevölkerung.“

Leonhard Büchler (CSU): „Es ist fehl am Platz, hier über Dinge zu diskutieren, die wir nicht ändern können. Wir sollten froh sein, dass wir in dieser Lage sind. Denn es war schwer genug, den Standort Mering durchzusetzen. Am Ende hat das auch dank der so gescholtenen bayerischen Staatsregierung geklappt.“
(Carina Lautenbacher )
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