Landkreis Aichach - Friedberg soll Nachhaltigkeits-Region werden

Teilnehmerinnen und Teilnehmer bilden ein "Z" als Symbol für die Agenda Forum Zukunft (Foto: Ernst Haile)

Forum Zukunft im Schloss Blumenthal

Nicht nur die UN und damit 193 Staaten haben sich in ihrer Agenda 2030 das Ziel gesetzt, unseren Planeten nachhaltig zu behandeln und damit auch zukünftigen Generationen die Grundlagen für eine lebenswerte Existenz zu hinterlassen. Nein, auch der Landkreis Aichach/Friedberg will dieses Ziel erreichen und zu einer nachhaltigen Region werden. Klima, Natur, Wasser, Land- und Forstwirtschaft, Mobilität, Artenschutz, Bildung, Wirtschaft und die verstärkte Einbeziehung der Bürgergesellschaft in politische Entscheidungsprozesse spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie bildeten das Netzwerk von Themen, mit denen sich die Teilnehmer des „Forum Zukunft“ an zwei Tagen vom 1. bis 2. April im Schloss Blumenthal íntensiv beschäftigten.

Der Kreisverband des Bund Naturschutz und sein Vorsitzender Ernst Haile sowie die Schloßgemeinschaft Blumenthal, vertreten durch Martin Horak, hatten hierzu zusammen mit zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern nach intensiver Vorarbeit eingeladen. Rund 125 Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder von Vereinen und Organisationen, Gemeinderäte, Landschaftspflegeverband sowie Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann und Landrat Klaus Metzger folgten dieser Einladung.

Ziele der Nachhaltigkeit

In intensiver Arbeit formulierten sie die Ziele, die der Landkreis kurz-, mittel- und langfristig erreichen soll: Ausbau eines guten öffentlichen Nahverkehrs mit Elektrobussen, Ruftaxis und Fahrradwegenetz, verkehrsberuhigte Ortszentren, 50% Ökolandbau, Wittelsbacher Land als Gemeinwohl- und Öko-Modellregion, Energieerzeugung zu 100% aus erneuerbarer Energie, Deckung des Bedarfs an Futtermitteln aus eigener Produktion und Verzicht auf Sojaimporte, Einsatz eines Nachhaltigkeitsmanagers, Etablierung einer Artenschutzkonferenz und Erstellung einer Biodiversitätsbilanz – dies sind nur einige Beispiele für die Ziele, die man bis 2050 verwirklichen möchte.

Osttangente als Umweltsünde thematisiert

Und nicht zuletzt, der sofortige Verzicht auf die Planungen der Osttangente, als der größten Umweltsünde im Landkreis. Die Bürger und Bürgerinnen haben sich eingemischt und gezeigt dass sie, so wie es der Gastreferent Christian Felber in seinem Impulsvortrag erläuterte, der Souverän sind und dass sie entscheiden, wohin die Entwicklung des Landkreises geht. Jetzt ist es an der Politik, diese Anregungen aufzunehmen.

Zeichen pflanzen: Linde im Schlosshof

Dies sicherte der stellvertretende Landrat Peter Feile zu und nahm die Ergebnisse als Agenda Forum Zukunft in Form von acht Schriftrollen entgegen, die zusätzlich an die Schlosstore genagelt wurden. Von vielen wurden sie dann auch als Blumenthaler Thesen bezeichnet. Alle Teilnehmer pflanzten zum Abschluss der Tagung eine Linde in die Mitte des Schlosshofes – sie ist der Symbolbaum des Bund Naturschutz und genauso wie dieser Baum wachsen wird, hoffen die Teilnehmer, dass die Blumenthaler Thesen Keimzelle für eine positive und nachhaltige Zukunft des Landkreises werden.

Mut machen für Engagement der Bürger

In seinem Abschlusswort verwies der Schirmherr der Veranstaltung, der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern und Deutschland, Prof. Hubert Weiger, auf die Bedeutung des Engagements der Bürgergesellschaft. Man solle sich nicht durch Rückschläge und Ignoranz in Politik und Wirtschaft entmutigen lassen und stattdessen die großen Erfolge sehen, die man in den letzten Jahren erreicht hat. Diese hätten zu einem nachhaltigen Umdenken und Bewußtseinwandel geführt und bewirkt, dass Themen wie Klima- und Umweltschutz und sparsamer Umgang mit den natürlichen Ressourcen inzwischen nicht mehr als Randthemen wahrgenommen werden sondern immer mehr an Bedeutung gewinnen. Nur so sei der erforderliche und grundlegende Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise möglich.
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