Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützt Gegner der Osttangente

Von links nach rechts, Dr. Wolfhard von Thienen, Ludwig Hartmann, Stephan Kreppold, Markus Gansserer

Am 28. März trafen sich Vertreter der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit den Sprechern des Aktionsbündnis Keine Osttangente (A-KO) im Maximilianeum in München. Die Teilnehmer der Runde waren bei den Grünen der Fraktionssprecher, Ludwig Hartmann, der verkehrspolitischen Sprecher, Markus Ganserer, der Referent für Mobilität, Uwe Scheuhing und der Referent für Umwelt- und Naturschutz, Dr. Klaus Kuhn. Das Aktionsbündnis wurde von ihren Sprechern dem Biologen Dr. Wolfhard von Thienen und dem Biolandwirt Stephan Kreppold vertreten.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Osttangente Augsburg eines der umweltschädlichsten Straßenbauprojekte im Freistaat ist, welches man gemeinsam verhindern wolle. Passend zu dem Termin traf just an diesem Tage das bayerische Kabinett wichtige umweltpolitische Entscheidungen die den Bau einer Skischaukel am Riedberger Horn ermöglichen und das Anbindegebot für Gewerbegebiete auflösen. So musste der Fraktionsssprecher der Grünen, Ludwig Hartmann, immer wieder die Besprechung unterbrechen, denn Fernsehen und Rundfunk verlangten eine Stellungnahme von ihm. Die Runde war sich einig, Aufweichung der Alpenschutzkonvention, Flächenraub, Landschaftszersiedlung und rücksichtlos durchgesetzte Straßenbauprojekte im Stil der Osttangente – das versteht die bayerische Staatsregierung offenbar unter Natur- und Heimatschutz. Die Sprecher des Aktionsbündnisses berichteten, dass das staatliche Bauamt mit den Planungen bereits begonnen hat.

Besonderes Interesse zu der INRIX-Verkehrsstudie.

Sie belegt, dass die Region Augsburg zu den am geringsten von Staus betroffenen Regionen in Deutschland gehört. „Es ist äußert fragwürdig, dass die Staatsregierung jetzt den Planungsauftrag in zweistelliger Millionenhöhe für ein Projekt erteilt hat, das ganz offensichtlich nicht notwendig ist, das in ganz erheblichem Maße die Natur und die Naherholungsgebiete zerstört, täglich mindestens 25.000 zusätzliche Pkw- und Lkw-Fahrten in die Region bringen wird und gegen das sich ein breiter, öffentlicher Widerstand formiert hat“ betonte von Thienen.

Ausgewiesener Kenner der Kissinger Bahngruben und der Kissinger Heide macht seine Meinung deutlich

Klaus Kuhn aus Augsburg machte deutlich, dass die Naturschutzgebiete durch den Straßenbau deutliche Verluste erleiden würden und sogar im Bestand gefährdet seien. Dies sei besonders gravierend, da hier Arten leben, für die Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine besondere Verantwortung trage. Die Straßenbaubehörden würden Naturschutzbelange aber aber in der Regel bagatellisieren und Gutachter beauftragen, die in ihrem Sinne urteilen. Die gravierenden Folgen zeigten sich dann erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Straßen im Betrieb sind. Die Vertreter der Fraktion der Grünen betonten, dass sie das Aktionsbündnis unterstützen und Planung und Bau der Osttangente ablehnen.

Einzelne Probleme in Kissing und Friedberg brauchen Alternative

Die vereinzelten Probleme in Kissing und Friedberg ließen sich nicht durch eine neue Schnellstraße lösen sondern nur durch ein regionales Mobilitätskonzept für den Großraum Augsburg, dass den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, ein gut ausgebautes Fahrradwegenetzt und Schallschutzmaßnahmen und Geschwindigkeitsbegrenzungen an Problemstellen vorsieht. Man vereinbarte, dass Ludwig Hartmann und Markus Ganserer bei einem Ortstermin im Juni die Öffentlichkeit auf die Problematik dieses Vorhabens erneut hinweisen wollen.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.