Meringer Bürger haben viele Wünsche

Die rege Bautätigkeit zieht auch Probleme nach sich. Fotos: Stöbich
Mering: Mering | Es war ein wenig wie Weihnachten, als die Meringer ihre Wunschzettel an große Stellwände heften durften. Gastronomie, Parkhaus, Osttangente, Verkehrsberuhigung und viele andere Schlagworte waren beim Treffen des sogenannten Steuerkreises im Papst Johannes-Haus zu lesen. Er will ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept auf den Weg bringen, das die grundsätzlichen Weichen zur Entwicklung der Marktgemeinde bis zum Jahr 2030 stellt.
"Wie wollen wir uns nach außen darstellen?" Mit dieser Frage eröffnete Bürgermeister Hans-Dieter Kandler die Diskussion mit den Bürgern. Sie konnten bereits vor einem Jahr ihre Anregungen und Visionen kundtun, die in neun Leitlinien zusammengefasst sind. Engagiert hat sich in vielen Treffen vor allem der Steuerkreis; er ist mit Vertretern aus allen wichtigen Bereichen des öffentlichen Lebens besetzt, aber auch Mitgliedern des Gemeinderates sowie der Verwaltung.
Um konkrete Ziele festzulegen, ist eine Positionierung des Marktes Mering entstanden, ähnlich wie sie Marketingprofis für ein zu bewerbendes Produkt erstellen. Eine Broschüre nennt beispielsweise die Schaffung eines attraktiven Marktplatzes, die städtebauliche Einbindung und Neugestaltung des Umfeldes der Schlossmühle, aber auch den Ausbau naturnaher Flächen wie etwa entlang der Paar.
Den Fachleuten des Planungsbüros Dragomir, des Instituts für Stadt- und Regionalmanagement sowie der Transver GmbH ist es wichtig, nicht über die Köpfe der Bürger hinweg zu entscheiden, sondern mit ihnen gemeinsam Vorstellungen für die nächsten zehn bis 15 Jahre zu erarbeiten. Am Ende des langwierigen Prozesses soll es dann eine Prioritätenliste geben, damit die Gemeinde für konkrete Maßnahmen verschiedene Fördertöpfe anzapfen kann.
Dass es bis dahin aber noch ein langer Weg ist, zeigte die Debatte im Papst-Johannes-Haus. Auf welchen Qualitäten und Stärken kann die Gemeinde aufbauen?, ist zum Beispiel eine wichtige Frage. Unter anderem geht es um das Ortsbild und ein verträgliches Wachstum, die Schließung von Baulücken, Einzelhandel und Verkehr sowie weitere Probleme. Dass es davon in Mering eine Menge gibt, machten die Wunschzettel mit ihren teils recht detaillierten Anregungen deutlich. Ob bei der Verwirklichung später auch die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen werden, kann heute noch niemand sagen.
Einen Biergarten an der Paar oder eine Tiefgarage im Zentrum schlugen die Bürger ebenso vor wie eine Verkehrsberuhigung nach Friedberger Vorbild. Ein Lebend-Tiergehege am Marktplatz oder ein digitaler Maibaum, der als Hologramm in den Himmel projiziert wird, schwebt Elena Raab vor. Sie war an diesem Abend eines der wenigen Ratsmitglieder, die bei hochsommerlichen Temperaturen an der Diskussion teilnahmen.
Für ein Entwicklungskonzept haben sich vor allem drei Aspekte als prägend herauskristallisiert. Unter dem Begriff „Kräftefeld“ steht die besondere Lage Merings zwischen den beiden Großstädten München und Augsburg, deren Vorteile es voll auszuschöpfen gilt. Als zweites rücken die Planer Mering als Markt ins Blickfeld, als Zentrum für den südlichen Landkreis, das auch für das Umfeld eine Versorgungsfunktion erfüllt.
Das dritte Schlagwort lautet Heimat. Damit sind die Qualitäten gemeint, die Mering für die Menschen zu einem guten Zuhause machen – mit Freizeitangeboten, Naturräumen und den sozialen Bindungen eines kleineren Ortes.
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