Osttangente wird definitiv überregionale Schnellstraße, zweispurige Abschnitte vom Tisch

Auf Bitte des Aktionsbündnisses gegen die Osttangente (A-KO) hat die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im August eine kleine Anfrage an die Bundesregierung zur geplanten Osttangente Augsburg gestellt. Die Antwort liegt inzwischen vor. In ihr wird ausdrücklich das bestätigt, was kürzlich im Bundeskabinett beschlossen wurde: Das Ziel der Osttangente ist es, eine überregionale und leistungsfähige Verbindung zwischen B17 und A8 zu schaffen. Es wird ausdrücklich bestätigt, dass die Straße auf voller Länge vierspurig geplant und gebaut werden kann. Es besteht lediglich die Option, die Abschnitte zwischen Kissing und Oberottmarshausen 3-spurig zu bauen. Ein 2-spuriger Ausbau ist an keiner Stelle vorgesehen. Damit werden die Befürchtungen des Aktionsbündnisses eindeutig bestätigt, dass in unserer Region eine neue, autobahnähnliche Schnellstraße entstehen soll. Die Beschlüsse lokaler Räte und Gremien auf einen autobahnähnlichen Ausbau zu verzichten wurden damit weitgehend ignoriert. Insbesondere ist zu erwarten, dass nach dem Bau der ersten Bauabschnitte der Verkehr drastisch anziehen wird und ein weiterer Ausbau schnell folgen wird. „Wer als Politiker jetzt immer noch den Menschen erzählt, dass alles nicht so schlimm kommen wird und dies sogar als Erfolg verkaufen möchte, handelt unseriös und täuscht die Bürger über das hinweg, was kommen wird“ betont der Vertreter des Aktionsbündnisses Wolfhard von Thienen. Besonders pikant findet er die Aussage, dass trotz der Einstufung des Projektes in die höchst mögliche Umweltbetroffenheit, dies keine Auswirkung auf die Einstufung des Projektes in den vordringlichen Bedarf hatte. Dies wird damit begründet, dass Umweltbelange als Kostenfaktor berücksichtigt wurden und dann in den nachgelagerten Planungsphasen weiter bearbeitet werden. „Damit wird die von EU-Recht vorgeschriebene strategische Umweltverträglichkeitsprüfung ausgehebelt und eruopäisches Recht gebrochen. Das Verfahren der Öffentlichkeitsbeteiligung wird ad absurdum geführt. Wir werden dies nicht hinnehmen und uns der Beschwerde des Bund Naturschutz vor der EU-Komission anschließen“, so der Sprecher des Aktionsbündnisses.
Die Bundestagsabgeordnete Dr. Valeri Wilms wird hierzu am Freitag den 7. Oktober im Zieglerbräu Friedberg um 20 Uhr einen Vortrag halten. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger aus erster Hand über den Planungsstand der Osttangente informieren. Frau Dr. Wilms ist Mitglied im Bundesverkehsausschuss und mit der Materie bestens vertraut.
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