Osttangentengegner lehnen "Osttangente-light" ab

Wie in den Medien kürzlich berichtet, soll eine abgespeckte Version der vierspurigen Osttangente (Osttangente-light) in den überarbeiteten Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes (BVWP) aufgenommen werden. Aus Sicht des Aktionsbündnisses Keine Osttangente (A-KO) handelt es sich hierbei um eine Beschwichtigungstaktik, mit dem Ziel die Öffentlichkeit zu beruhigen. Das Aktionsbündnis lehnt den Vorschlag ab, da es sich in Form einer Salamitaktik lediglich um einen verzögerten Einstieg in die Osttangente handelt, mit allen bisher dokumentierten Nachteilen.

Es komme weniger auf die Anzahl der Spuren als vielmehr auf den Verkehr an, der tatsächlich rollen wird. Mit der Osttangente-light wird das erklärte Ziel der Verkehrsplaner, eine neue und leistungsfähige Achse zwischen A96 und A8 westlich von München bzw. östlich von Augsburg durch die Wasserschutz-, Naturschutz- und Naherholungsgebiete am Lech zu legen, erreicht. Es wird dadurch zu einer erheblichen Beeinträchtigung für Mensch und Natur kommen, denn der Verkehr wird um mindestens 19.000 Fahrten/Tag auf Grund der überregionalen Wirkung zunehmen. Zusammen mit den damit verbundenen Ansiedlungen von Großgewerbe und Lageristik, wird sich das Gesicht der Region langfristig komplett verändern. Die behauptete Verkehrsberuhigung für Kissing, Friedberg und Mering wird nicht erreicht, da die neue Trasse keine Alternative für den lokalen Ziel- und Quellverkehr sein kann.

Kissing plant bereits jetzt ein innerörtliches Gewerbegebiet mit mindestens 4.000 zusätzlichen Fahrten/Tag auf der B2. Dieser Verkehr wird auch nach der Osttangente bleiben und zeigt deutlich, dass es keine Entlastung ür die B2-Anlieger geben wird. Die Abkürzungsstrecken zur A8 werden den Meringer Norden und andere Ausweichstrecken deutlich mehr belasten, insbesondere nach Einführung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen. Königsbrunn bekommt allenfals eine Gnadenfrist.

Die neue Trasse zwischen Mering und Königsbrunn und weiter nach Oberottmarshausen darf bereits jetzt schon beplant werden. Damit ist das Ziel, diesen Abschnitt später zu realisieren dokumentiert. Dies kann bereits nach 5 Jahren passieren, wenn der BVWP das erste mal überarbeitet wird. Insgesamt erwartet das Aktionsbündnis, dass die Verkehrszunahme, die ja das erklärte Ziel der Verkehrsplaner ist, in nur wenigen Jahren zum vollen vierspurigen Ausbau der Osttangente führen wird.
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