Osttangentengegner sehen Planungsbeginn kritisch

Aus Presseerklärung Staatl. Bauamt Augsburg, 13.3.2017 (Foto: Staatl. Bauamt Augsburg)
Das staatliche Bauamt hat in seiner Presseerklärung vom 13.3.2017 angekündigt, mit den Planungen für die Osttangente zwischen Derching und Mering zu beginnen. Gleichzeitig wurde der Planungskorridor veröffentlicht (siehe Abbildung). Laut Bauamt stellt dieser noch keine Vorentscheidung für den tatsächlichen Trassenverlauf dar.

Die Planungen sollen in ca. zwei Jahren abgeschlossen sein und dann voraussichtlich in ein Raumordnungsverfahren münden. Zuvor sollen öffentliche Anhörungen erfolgen. Das Aktionsbündnis Keine Osttangente begrüßt laut seinem zweiten Sprecher Stephan Kreppold einerseits den Beginn der Planungen, da dadurch klarer wird, was tatsächlich auf die Menschen zukommt. Der Planungskorridor zeige nämlich, dass neben den bisher ins Auge gefassten Gebieten auch der Meringer Norden und der Kissinger Süden stark betroffen sein könnten.

Wenig Staus in Augsburg - Osttangente überhaupt notwendig?

Andererseits wird darauf verwiesen, das laut der kürzlich veröffentlichten INRIX Verkehrsstudie, Augsburg zu den Städten in Deutschland gehört, die am wenigsten unter Staus zu leiden haben. Dies betreffe ganz besonders die Ein- und Ausfallstraßen. "Der Bedarf für die Osttangente ist daher überhaupt nicht gegeben, besonders wenn man die ganz erheblichen Auswirkungen auf Natur, Naherholung und Anwohner in Kissing, Mering, Friedberg, Derching und St-Anton-Siedlung berücksichtigt", so der Sprecher des Bündnisses. Weiterhin macht er deutlich, dass der vierte Abschnitt zwischen Königsbrunn und Mering bewusst ausgeklammert wurde, um die wahre Dimension des Vorhabens zu verschleiern und die Bevölkerung ruhig zu stellen, dies sei eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit.

Hohe Kosten

Das Aktionsbündnis verweist darauf, dass allein der Planungsprozess mindestens 10 Millionen Euro kosten wird und dieses Geld besser angelegt wäre z.B. in Schallschutzmaßnahmen an der B2. Stattdessen würde nur noch mehr Verkehr in die Region gebracht werden. Die versprochene Entlastung der Bürger in Kissing und Friedberg würde durch die Zunahme des Verkehrs infolge der Achsenwirkung der Straße auf keinen Fall erreicht.
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Markus Höck aus Augsburg - City | 23.03.2017 | 12:42  
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