Westumfahrung Mering: Für CSU und Siedlerbund hat St. Afra Priorität

CSU-Ortsvorsitzender Florian A. Mayer (mitte), Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz (CSU) und CSU-Fraktionschef Georg Resch (links) wollten zum Thema „Ortsumfahrung Mering St. Afra“ lieber die Meinung der betroffenen Siedler hören als Stimmung zu machen. (Foto: Georg Guggumos)
 
Eine Informationsveranstaltung zum Thema Umfahrung Mering St. Afra war Herzensangelegenheit von CSU und Siedlerbund. Hermann Wolf (Vorsitzender Siedlerbund, rechts) und Florian Mayer (Vorsitzender CSU-Ortsverband, 3. von rechts) hatten dazu den Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz (CSU, 3. von links) eingeladen. Auch Maria Dietrich (links), Karl-Heinz Brunner (2. von rechts) und Georg Resch gehören zu den Organisatoren. (Foto: Georg Guggumos)
Mering: Vereinsheim Wasserhaus |

Meringer CSU sieht Änderungen im Bundesverkehrswegeplan als Teilerfolg – Anlieger kritisieren derzeitigen Schallschutz der Bahnanlage


Mering-St. Afra. Zum Thema „Umfahrung Mering St. Afra – wie geht es weiter?“ hatten Florian A. Mayer (CSU Mering) und Hermann Wolf (Siedlergemeinschaft Mering St. Afra) ins Vereinsheim Wasserhaus eingeladen. Bestens vom Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz (CSU) informiert stand anschließend vor allem ein Informationsaustausch mit den rund 100 Gästen - vorrangig aus der Siedlung - im Vordergrund.

Zu Beginn der Veranstaltung schilderte CSU-Ortsvorsitzender Florian A. Mayer nochmals den ausführlichen Diskussionsprozess innerhalb der CSU und appellierte an alle Beteiligten, sich für einen breiten Konsens in der Region einzusetzen. Die Region könne bei überörtlichen Projekten nur dann wirklich Einfluss nehmen, wenn man möglichst geschlossen auftrete. „Ein Beharren auf zwei extremen Standpunkten bringt dagegen keinen weiter“, so Mayer, der eine Einigung weder mit einem autobahnähnlichen Ausbau, noch mit einer vollständigen Ablehnung jedweder neuen Straße für machbar hält.

Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz informierte im folgenden nochmals über den weiteren Ablauf und stellte klar, dass eine Lösung der Belastungsschwerpunkte in den Ortsdurchfahrten Friedberg und Kissing sowie in St. Afra an der B2 sowie eine Entschärfung des Unfallschwerpunktes „an der blauen Lagune“ in Mering nicht ohne den Bundesverkehrswegeplan möglich sei. Dabei arbeitete er auch die unterschiedlichen Vorstellungen von Bund und Landkreis heraus.

Gerade deshalb betrachten Florian A. Mayer und Hansjörg Durz die Änderungen im Bundesverkehrswegeplan und damit die klare Prioritätensetzung als einen ersten Erfolg, der auf die Initiative der CSU zurückgeht. Wäre es nämlich nach den Wünschen der drei SPD-Bürgermeister aus den Gemeinden Friedberg, Kissing und Mering Anfang 2015 gegangen, erinnert der Meringer CSU-Chef, dann hätten wir Anfang 2015 alle eine Resolution für eine B17-ähnliche Straße unterschrieben. Und Durz ergänzte auf Nachfrage, „dass man den Politikern aus der Region vor wenigen Wochen noch nicht zugetraut hat, dass Sie das Projekt entsprechend den Vorstellungen der Region auch tatsächlich beeinflussen können.“

Mayer stellte in diesem Zuge nochmals klar, dass man zwar eine zweistreifige Westumfahrung von Kissing und Mering St. Afra bis zur Staatsstraße nach Königsbrunn für sinnvoll erachtet, aber eine weitere Belastung für den Ortsteil St. Afra weiter strikt ablehnt. Die derzeitige Maximallösung im Bundesverkehrswegeplan lässt noch eine 2+1 Lösung zu, weshalb auch CSU-Mitglied Eva-Maria Schilling nochmals an Durz appellierte sich für eine weitere Reduzierung einzusetzen. Durz antwortete darauf, dass er das Anliegen in den Planungsprozess einbringen werde.

In der anschließenden Diskussion hätte CSU-Ortsvorsitzender Florian A. Mayer gerne einen Widerspruch zwischen den Bahn- und den B2-Anliegern aufgelöst. Während nämlich die einen auf eine Entlastung hoffen, fürchten sich die anderen vor einer weiteren Belastung. Trotz Verständnis füreinander konnten die unterschiedlichen Positionen nicht abschließend aufgelöst werden. So nahmen die zahlreich anwesenden Kommunalpolitiker an diesem Abend ganz andere Anregungen mit nach Hause. Als großes Problem wird demnach bereits der bestehende Lärmschutz gesehen, sowohl an der B2- als auch entlang der Bahntrasse. Den größten Applaus erhielt Ingrid Rodinger, seit 67 Jahren in St. Afra, für Ihren Beitrag. Sie konnte die mit jedem zusätzlichen Auto stetig abnehmende Lebensqualität direkt an der B2 aus eigener Erfahrung zum mitfühlen schildern. Für Bestandstrassen wird kein Lärmschutz gewährt und die bestehende Bretterwand – damals in Eigenleistung aufgestellt – ist nur als Sichtschutz nützlich. Aber auch der Schallschutz der Deutschen Bahn ist äußerst mangelhaft. Hansjörg Durz versprach diesem Problem nachzugehen.

Birgitta Braatz warnte in der weiteren Diskussion vor möglichen Wasserschäden durch die massive Bodenversiegelung und CSU-Fraktionschef Georg Resch erinnerte an die Chancen eine viel befahrene Bundesstraße aus einem zusammenwachsenden Ort herauszulegen. Auch der Sprecher der Aktionsgemeinschaft Wolfhard von Thienen stellte nochmals die bekannten Positionen dar. Mayer schloss die Veranstaltung nach zweieinhalb Stunden angeregter Diskussion und versprach, dass sich die CSU die Situation bei einer Ortsbesichtigung direkt ansehen werde, denn oberste Priorität bei allen Planungen müsse aus Sicht der Meringer CSU St. Afra haben.
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