Investition in die Humanität

Mertingens Bürgermeister Albert Lohner (Bild) sieht in den beiden Unterkünften für insgesamt 26 unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen ein „positives Zeichen“. Die Kommune kann den Kredit dazu schultern, weil der Zinssatz null Prozent betrage. Foto: Siegfried P. Rupprecht

KOMMUNALES / Bürgermeister Albert Lohner nennt die Kreditaufnahme für die Unterkünfte der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge eine sinnvolle Entscheidung: Das Darlehen koste Null-Prozent.

Bisher prägte den Haushalt der Gemeinde eine Reihe von kleineren Projekten. Doch jetzt hat der Gemeinderat in einem Nachtragsetat eine Darlehensaufnahme in Höhe von einer Million Euro beschlossen (wir berichteten). Mit diesem Kredit werden zwei Systemhäuser für 26 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge errichtet. Für Bürgermeister Albert Lohner (CSU) eine „richtige und zugleich sinnvolle Entscheidung“, wie er gegenüber unserer Zeitung betont.
Die Feststellung, dass die Kommune „Schulden für Flüchtlinge“ mache, widerspiegele nicht den vollständigen Inhalt, so der Rathauschef. Vielmehr sei es „eine Investition in die Humanität“. „Wir setzen damit ein positives Zeichen angesichts des nicht abreißenden Flüchtlingszustroms.“
Auch der Begriff „Schulden“ müsse relativiert werden, meint Lohner weiter. Und er sagt, warum. „Die Gemeinde nutzt ein Darlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)“, informiert er. Diesen Kredit erhalte die Kommune mit einem Zinssatz von Null-Prozent. Das historische Zinstief komme damit der Gemeinde entgegen. Deshalb sei auch das Schultern der beiden Unterkünfte für die jungen Asylbewerber möglich, ergänzt der Bürgermeister.
Lohner schiebt auch nach, dass in der Gemeinde für Flüchtlinge in dieser Größenordnung kein anderer Wohnraum vorhanden gewesen sei. Der Bau der beiden Domizile in gemeindlicher Initiative sei so zwangsläufig auf der Hand gelegen.

Schwarze Null anvisiert

Der Gemeindechef gibt sich dabei optimistisch. „Wir gehen aus dieser Sache mit einer schwarzen Null raus“, versichert er.
Zunächst hat die Gemeinde mit der Rummelsberger Diakonie einen Mietvertrag abgeschlossen. Dieser lauft über sechs Jahre. Er beinhaltet auch die Betreuung und Unterhaltung der Anlage. Später werde für die beiden Häuser beispielsweise eine gewerbliche Vermietung angestrebt, sagt Lohner.
Doch bis dahin würde die Gemeinde den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ein schönes Umfeld bieten. Das trage dann auch zur Integration bei, resümiert Lohner.
Wenn alles nach Plan läuft und keine Verzögerungen eintreten, sollen die ersten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge im März einziehen. (spr)
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