Stattliche Kutscher und sauber geputztes Zaumzeug: 50 Gespanne waren beim Kutschenturnier auf der Herrgottsruh am Start

Belgische Kaltblüter, so genannte "Brabanter", waren die Schwergewichte beim Kutschenturnier. Fotos: Walter Kleber
 
Auf der Herrgottsruh hoch über der Staudengemeinde Mickhausen ging am Sonntag das siebte Kutschenturnier über die Bühne.


Zu einem Wettlauf nicht nur gegen die Stoppuhr, sondern auch gegen die angekündigte Regenfront ist am Sonntag das Kutschenturnier auf der Herrgottsruh bei Mickhausen geraten. Die Veranstaltung ging im siebten Jahr bei idealen äußeren Bedingungen über die Bühne: Angenehme spätsommerliche Temperaturen und ein erfrischendes Lüftchen lockten zahlreiche Zuschauer unter die alten Linden und auf die Tribünen rund um den ehemaligen Schulsportplatz.

Einen neuen Rekord verzeichnete das Teilnehmerfeld: 51 Kutschen und Gespanne nahmen in vier Wertungsklassen den Parcours unter Hufe und Räder. Dicht gedrängt standen Hunderte von Zuschauern rings um die Arena und verfolgten die Fahrten. Veranstaltet vom Förderverein der Kapelle, hatten dessen Vorsitzende Margit Vogel und Turnierorganisator Harry Forster mit einem großen Stab ehrenamtlicher Helfer wieder eine Großveranstaltung auf die Beine gestellt, die so recht nach dem Geschmack der Freunde des Pferde- und Fahrsports war.

Vom putzigen Mini-Shetland-Pony über blondmähnige Haflinger bis zu den schwergewichtigen Brabanter Kaltblütern - die Freunde rassiger und imposanter Vierbeiner kamen ein weiteres Mal voll auf ihre Kosten. Mit dabei waren sogar Pferdegespanne mit langjähriger Oktoberfest-Erfahrung: zwei Rappen aus dem legendären Allgäuer Zehnerzug der Familie Maurus und zwei stämmige belgische Kaltblüter, die kürzlich bei Dreharbeiten für einen opulenten ZDF-Historien-Zweiteiler am Bodensee mitwirkten. Stattliche Kutscherinnen und Kutscher auf dem Bock, in der Sonne blitzendes Zaumzeug und heraus geputzte Kutschen aller Stilrichtungen und Größen sorgten für ein buntes Bild in der Wettkampfarena.

Die Zuschauer gingen begeistert mit, feuerten die Akteure im Pilonen-Parcours lautstark an und sparten nach jeder Fahrt nicht mit tosendem Beifall. Franz Schörgendorfer hatte den anspruchsvollen Parcours mit insgesamt 18 Hindernissen aufgebaut. An die Pferde und ihre Kutscher stellten vor allem die Holzbrücke und einige enge Kurven höchste Anforderungen. Neu im Programm - und spannend für die Zuschauer - waren heuer drei knifflige Durchfahrten durch schmale "Tore" aus Strohballen. Für jedes Gespann wurde der Abstand zwischen den roten Plastikhütchen entsprechend der Spurbreite der antretenden Kutsche neu und individuell eingestellt. Die unermüdlichen Parcourshelfer mit ihren Maßbändern hatten den ganzen Nachmittag über gut zu tun. Verpasste ein Gespann ein Hindernis oder ging der auf der Spitze der Pilonen aufgesetzte gelbe Ball zu Boden, gab es für jeden Fehler fünf Strafsekunden, die zur erzielten Zeit addiert wurden.

Die Wertung von Turnierrichter Josef Schrallhammer (Buttenwiesen) erstreckte sich auf vier Klassen: Großpferde und Ponys - jeweils ein- und zweispännig gefahren. Wegen des großen Teilnehmerfeldes wurde auf das sonst übliche Stechen der Besten jeder Klasse verzichtet. Ponykutscher Uli Schmid aus Oberneufnach hatte für die schnellste Fahrt des Tages einen Wanderpokal gestiftet, den sich Julia Forster mit der Tagesbestzeit von einer Minute und 54 Sekunden ergatterte. Im Rahmenprogramm zeigten zwei Trialfahrer des Motorsport-Clubs (MC) Augsburg Fahrtechniken und Balance-Kunststücke auf zwei Rädern. Um die Verpflegung der Zuschauer kümmerten sich die Helfer des Fördervereins der Herrgottsruhkapelle, den Ansturm auf die Parkplätze regelte die örtliche Feuerwehr. Der komplette Reinerlös des Kutschenturniers fließt in den Unterhalt der Herrgottsruh-Kapelle. (wkl) (Walter Kleber )
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