Das Premierenpublikum war bei Ladies Night nicht nur von den „nackten Tatsachen“ begeistert

von links: Eric Naumann, Hartmut Kühn, Jens Ulrich Seffen, Martin Riedel, Steffen Löser, Volker Figge, Cyrus Rahbar, Simon David Altmann und Andreas Schirra freuen sich über die Begeisterung des Premierenpublikums zum Schluss der Vorstellung
 
Die Schauspieler beantworteten auf der Bühne die Fragen der weiblichen Zuschauerinnen
Muhr am See: AIZ | 

Muhr am See – Mit der Komödie „Ladies Night“ von Stephen Sinclair Anthony McCarten hatte am Mittwoch die siebte Inszenierung in dieser Spielzeit bei den Altmühlseefestspielen in Muhr am See Premiere. Das überwiegend weibliche Premierenpublikum hatte vor Beginn im ausverkauften Festsaal des AIZ nur ein einziges Gesprächsthema. Sie wollten wissen wie viel Haut die Jungs denn zeigen.

Schlechte Zeiten für arbeitslose Stahlarbeiter. Kein Job, kein Geld, keine Aussicht. So bleibt nur das allabendliche Bier in der Kneipe. Da reitet eine Männer-Striptease-Show zum
glamourösen Gastspiel ein. Die Frauen stehen Kopf.

Eine Idee keimt in den Köpfen der Männer. Als „Die Wilden Stiere“ wollen sie Männer-Striptease anbieten. Sie sind weder schön noch blutjung. Im Gegenteil: Ihre Körper zieren Rettungsringe und Hühnerbrüste.

Was mehr oder weniger als Spaß beginnt, wird bald harte Arbeit. Nach anfänglich tolpatschigen Versuchen nehmen sie Unterricht und perfektionieren ihre Show. Die jungen Burschen entsprechen vollkommen den weiblichen Zuschauererwartungen und werden erfolgreich.

Und am Ende bleibt nur die eine Frage: „Ganz oder gar nicht?“

Charmant und herrlich komisch ist die Geschichte der eigenwilligen Männer, die sich aus purer Verzweiflung gemeinsam auf eine Bühne wagen.

Regisseur Steffen Löser präsentierte im Bühnenbild von Martin Riedel zusammen mit den männlichen Protagonisten des Altmühlseefestspielensembles eine temporeiche Komödie bei der die Zuschauer sich immer wieder zum Mitklatschen bei den tänzerischen Darbietungen animiert sahen und die für viele Lacher während der Darbietung sorgte.

Das Stück überzeugte die Premierenbesucher durch sein Tempo und die dabei entstehende Situationskomik. Steffen Löser schaffte es bei dieser Inszenierung, dass die Darbietung trotz der finalen Gruppenstripvorstellung, die die Fragen der Damen restlos beantwortete, nie in einen peinlichen oder frivolen Bereich abglitt, sondern immer die Grenzen des guten Geschmacks einhielt. Die Schauspieler zeigen dabei die verschiedensten alltäglichen Charaktere auf, die ihre Zuschauerinnen bereits von zu Hause her kannten. Genau diese Beschränkung auf eigentlich alltägliche Probleme der Langzeitarbeitslosigkeit, der Unsicherheit und der männlichen Selbstüberschätzung macht dieses Stück so liebenswert und lässt die Zuschauer sich in die einzelnen Bilder hinein versetzen.

Den Schauspielern war der Spaß am Spielen und tanzen auf der Bühne anzumerken und die Altmühlseefestspiele zeigten keinerlei Ermüdungserscheinungen, wie dies von einigen Kritikern bei der Aufführung von Frau Luna in der Vorwoche befürchtet wurde.

Die Besucher waren nach dem finalen Männerstrip begeistert und hielten die Schauspieler mit ihrem Applaus noch lange auf der Bühne fest. Auch der Überraschungsgast Erwin Kleinwechter, der in den vergangenen Spielzeiten zu den Publikumslieblingen der Altmühlseefestspiele gehörte und jetzt seine aktive schauspielerische Laufbahn beendet hat, war von der neuen Inszenierung begeistert und spendete den ehemaligen Kollegen viel Lob und Applaus.

(KH)
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