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Mering

Brauchtum muss man pflegen


Der Heimat- und Volkstrachtenverein „Almarausch“ ist einer der ältesten seiner Art im Gau Altbayern und Schwaben. Er feiert im Juni sein 100. Jubiläum.

Die Festzeichen und Patenbänder sind bestellt, die Einladungen verschickt und so kann Michael Bachmeir beruhigt ins Jubiläumsjahr blicken. 2012 ist für den Vorsitzenden und die Mitglieder des Meringer Heimat- und Volkstrachtenvereins „Almarausch“ ein denkwürdiges Datum: Sie feiern das 100-jährige Bestehen und werden aus diesem Anlass das Gaufest des Altbayrisch-Schwäbischen Verbandes ausrichten.

  • Brauchtum muss man pflegen Brauchtum muss man pflegen
    Hinweistafeln hat der Trachtenverein „Almarausch“ an den Ortseingängen aufgestellt. Auf das Gaufest freuen sich (von links) Festleiter Peter Singer, Dante Guerra, Vorsitzender Michael Bachmeir, Rainer Steinhart und Wolfgang Loder.
    Foto: Heinz Hollwang
Bild von

„Es ist fast 15 Jahre her, dass wir in Mering ein großes Trachtenfest hatten“, berichtet Bachmeir. Um so mehr freut er sich auf die Jubiläumsfeier im Rahmen des kommenden Volksfestes am 16. und 17. Juni. Unter den Gästen wird auch eine Abordnung aus Ambérieu sein. Die Marktgemeinde und die südfranzösische Stadt Ambérieu-en-Bugey hatten 1973 eine Partnerschaft geschlossen.

Die rund 200 Mitglieder starken „Almarauscher“ sind laut Bachmair der zweitälteste Verein im Altbayrisch-Schwäbischen Gau. Ihr Motto lautet „Frisch außa, was drin is, net kriacha am Bauch, in d’Augn schaung und d’ Hand gebn is boarischer Brauch“. Die Vereinsgeschichte reicht zurück bis ins Jahr 1896. Damals hatten einige Idealisten einen Theaterclub ins Leben gerufen – eine Tradition, der man bis heute treu geblieben ist. 16 Jahre später erwog man, den Club in einen Trachtenverein umzuwandeln. Mit der Absicht, das Brauchtum zu pflegen und zu wahren, wurden die „Almarauscher“ gegründet. Die offizielle Feier dazu fand am 5. Mai 1912 statt.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kam das Vereinsleben zum Erliegen. Doch der Ruf der Heimat war gerade nach dem Grauen dieses Krieges stärker denn je. Es dauerte nicht lange, bis sich einige Trachtlern fanden, um den Wiederaufbau der Vereins vorzubereiten.

Am 27. April 1946 trafen sich im Vereinslokal Christian Haag, Hans und Anni Habersetzer, Michael und Berta Mahl, Leonhard Sausenthaler, Hias Lachenmeir sen und Heiner Diepold. Diese wählten mit Genehmigung der US-Militärregierung eine neue Vorstandschaft. Rasch wuchs die Anzahl der Mitglieder und gerade die Jugend war es, die an der Trachtensache großes Interesse zeigte. Besonders Vorstand Gustav Müller, der bereits 1914 die Geschicke des Vereins leitete, war es zu verdanken, dass das Laienspiel und Brauchtum wieder gepflegt wurden. Vor allem Sepp Brunnhuber war seit dem Wiederaufbau des Vereins bei allen Theaterstücken dabei, die meiste Zeit als Spielleiter.

1968 schuf sich der Verein ein neues Domizil. Dies war vor allem Luitpold von Grauvogl zu verdanken, der das ehemalige Heim der Feuerschützengesellschaft am Sommerkeller, das bereits Verfallserscheinungen aufwies, zu Verfügung stellte. 1980 wurde erstmals nach dem Krieg wieder an die Tradition des Maibaumaufstellens angeknüpft. In Handarbeit erstellte man Figuren und Halterungen, um den Baum dann am Marktplatz aufzurichten. Gut in Erinnerung ist den Trachtlern auch das Jahr 1997; damals wurde die neue Fahne eingeweiht und das 85jährige Jubiläum groß gefeiert.

20.02.2012 | 08:20 Uhr - von Heinz Hollwang

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