Enkel als Lebensretter
Robert Kohlhaupt ist erfolgreicher Stammzellspender. Bei einer Typisierungsaktion in der beruflichen Oberschule in Friedberg wurde er als möglicher Spender ermittelt.
Zur Erinnerung: Für Georg Kohlhaupt riefen Freunde und Bekannte im Februar 2010 zur Typisierung auf. Für ihn selbst kam die Hilfe zu spät. Unter den damals 1 187 Typisierten konnten allerdings bereits vier Stammzellspender Patienten die Chance auf ein neues Leben schenken. Weitere sind auf dem Weg dazu. Im Landkreis Aichach-Friedberg spendet inzwischen jeden Monat ein Bürger über die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei Stammzellen für einen Patienten.
Stolz ist die Berufliche Oberschule in Friedberg auf Carina Dobiasch und Robert Kohlhaupt, die ersten beiden Stammzellspender aus ihren Reihen. Bei den beiden Typisierungsaktionen an der Staatlichen Fachoberschule Friedberg mit dem benachbarten Gymnasium im April 2010 und im März 2011 ließen sich 428 Schüler bei der DKMS aufnehmen. Zwischenzeitlich wurden aus den Reihen der engagierten Schüler die ersten beiden genetischen Zwillinge gefunden, die Patienten die Chance auf ein neues Leben schenken konnten.
Carina Dobiasch aus Augsburg war die erste, die im März 2011 von der DKMS angeschrieben wurde, dass sie die passende Spenderin für einen Patienten wäre. Die Spende verlief problemlos. Kürzlich erhielt die junge Lebensretterin die freudige Nachricht, dass ihre 69-jährige Patientin aus der Intensivstation entlassen werden konnte.
Robert Kohlhaupt konnte ebenfalls einer 69-jährigen Deutschen die Chance auf ein neues Leben schenken. Auch er spendete seine wertvollen Stammzellen Ende November peripher über das Blut. Für ihn war ein Platz im Klinikum Ulm reserviert. „Mein Opa hätte sich gefreut, dass ich Jemanden helfen kann“, erzählt der Schüler der 13. Klasse nachdenklich und doch glücklich.
Für Georg Kohlhaupt aus Osterzhausen fand im Februar 2010 eine Typisierungsaktion in Pöttmes statt. Georg Kohlhaupt war damals die Chance auf ein neues Leben nicht mehr vergönnt, da durch eine Folgeerkrankung eine Stammzellspende nicht mehr möglich war. Er wünschte sich aber, dass zumindest anderen Patienten geholfen werden kann. Robert war damals zu jung für die Typisierung und ließ sich deshalb bei der nächsten Aktion an seiner Friedberger Schule typisieren – mit ihm über die Hälfte seiner damaligen Klasse.
Schulleiter Rainer Lipczinsky und Aktionsbetreuer Dr. Strika aus der Fachschaft Religion/Ethik sind stolz auf ihre Schüler, die auch den zweiten und entscheidenden Schritt gemacht haben. „Auch wenn man weiß, dass pro 100 typisierten Schülern mindestens zwei davon als passende genetische Zwilling für Patienten gefunden werden, ist man doch überrascht, wenn es soweit ist – und vor allem wer es ist.“
Aus den Beruflichen Schulen Wittelsbacher Land Aichach und Friedberg stammen unter 626 typisierten Schülerinnen aus den bisherigen Aktionen ebenfalls bereits fünf Stammzellspender. Die nächsten sind auf dem Weg dazu. „Herzlichen Dank“, sagt Brigitte Lehenberger als ehrenamtliche Initiatorin für die DKMS. Gerade weil unter den jungen Leuten so viele genetische Zwillinge gefunden werden, seien die Schulaktionen so wichtig. Weitere Informationen gibt es unter www.dkms.de . Gerne hilft vor Ort auch Brigitte Lehenberger unter Telefonnummer 08276/1567.










