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Friedberg

Erst nur Hobby, dann Beruf


Der 19-jährige Adrian Kaul begeistert mit seinen „Oktocopter-Aufnahmen“. Als Kind fesselten ihn Flugmodelle, heute hat er eine Firma, die mit kleinen Flugobjekten Luftaufnahmen macht.

„Hier oben wohne ich, unten im Keller arbeite ich“, erklärt Adrian Kaul. Der 19-Jährige ist Mediengestalter und machte aus seinem Hobby einen Beruf. Inzwischen betreibt er mit „pixel-up“ in Friedberg seine eigene Firma und betreut namhafte Firmen mit seinen Luftaufnahmen.

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    Der 19-jährige Adrian Kaul ist mit seinen filmenden und fotografierenden Fluggeräten inzwischen ein gefragter Mann bei Filmproduktionen und in der Industrie.
    Foto: Florian Winkler-Ohm
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    Kauls Luftaufnahmen sind nicht nur für städtische Werbefilme begehrt, sondern werden auch von der Industrie geschätzt. Foto: Adrian Kaul

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Schon im Kindesalter bastelte er an Fluggeräten und war fasziniert von der Technik, die hinter den fliegenden Modellen steckt. Inzwischen ist die Technik ausgereift. Im Keller des kreativen Friedbergers steht auf einem Tisch seiner Werkstatt ein „Oktocopter“ und ein „Quadrocopter“. Die beiden Fluggeräte mit acht beziehungsweise vier Rotoren dienen Kaul dazu, Foto- und Filmaufnahmen aus der Luft anzufertigen.

Was im kleinen begann, wurde schnell groß – inzwischen ist Adrian Kaul in der Region einer der führenden in seiner Branche. Er arbeitet mit seinen Flugaufnahmen an Imagefilmen für Betriebe, an Kinospots und erst im vergangenen Herbst an einem Filmprojekt der Stadt Friedberg.

Für die Stadt entwickelte Kaul zusammen mit der Grafikerin Carla Brobst einen Imagefilm für die Neukonzeption des Wittelsbacher Schlosses. Ein Film der spektakuläre Luftaufnahmen und noch nie dagewesene Einblicke von oben in das Schloss gewährt. „Wirklich gelungen“ meinten nicht nur die Vertreter des Amts für Öffentlichkeitsarbeit. Auch Bürgermeister Dr. Peter Bergmair war mit dem Resultat mehr als zufrieden und fühlte sich bestätigt, in seiner Entscheidung „hoffnungsvollen jungen Talenten“ diesen Auftrag zu geben.

Seitdem hat Kaul noch mehr als zuvor zu tun. Die Aufnahmen, die er mit Hilfe der fliegenden Gerätschaften anfertigt, sind in der Industrie und bei Firmen sehr gefragt. Sein erlernter Beruf als Mediengestalter erlaubt ihm dabei zudem, aus dem Material einen entsprechenden werbewirksamen Film zu basteln.

Am liebsten jedoch bastelt Kaul an seinen fliegenden „Spähern“ für deren Betrieb er eine eigene Genehmigung besitzt. Mit dieser darf er die Gerätschaften 150 Meter in die Höhe steigen lassen. „Funktionieren würden sie auch in 1000 Metern Höhe noch“, erklärt der engagierte Jungunternehmer. Innerstädtisch ist dabei jedoch immer eine Abklärung mit der Polizei von Nöten. Ist dies dann erteilt, können mit insgesamt vier Elektromotoren die Okto- oder Quadrocopter für rund zehn Minuten in die Luft gebracht werden, dann müssen die Akkus getauscht werden. Das Bild, das die eingebaute Video- oder Fotokamera dabei liefert, kann Kaul indes am Boden auf einem kleinen Bildschirm verfolgen und über Funk nicht nur Ausrichtung und Neigung einstellen, sondern auch die Aufnahme starten.

Etwa 2000 Euro Material stecken in einem einzigen Gerät. Von den hunderten von Bastlerstunden ganz zu schweigen. „Es ist ein bisschen wie Lego für Erwachsene“, verrät Kaul noch schmunzelnd, obwohl seine Arbeiten und das dahinterstehende Know-How inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus zu Anerkennung und Beachtung geführt haben. Mit viel Ehrgeiz und noch mehr Leidenschaft ist Kaul ein Beispiel dafür, dass man sein Hobby auch zum Beruf machen kann. Für die Zukunft scheint es dem Friedberger erstmal an Aufträgen nicht zu fehlen: Aktuell arbeitet er an einem Trailer für den Augsburger Skaterverein „razed e.V.“ den er als Unterstützung für den Verein kostenlos erstellt.

02.02.2012 | 00:28 Uhr - von Florian Winkler-Ohm

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