Es gibt Arbeit für fast alle
Für den Landkreis Aichach-Friedberg veröffentlichte die Arge und die Arbeitsagentur die besten Zahlen seit dem Jahr 1990.
In absoluten Zahlen sind in Aichach-Friedberg 1610 Menschen ohne Arbeit, das sind 481 (23 Prozent) weniger als im Dezember 2010, in dem die Arbeitslosenquote bei drei Prozent lag. Das Wittelsbacher Land profitiert von der allgemein guten Konjuktur und vom warmen Winter. Denn anders als im vergangenen Jahr wird im Bau- und Baunebengewerbe noch immer gearbeitet, sogar Stellenausschreibungen für die „Außenbranchen“, inklusive landwirtschaftliche Arbeiten, kommen aktuell noch rein.
Dass nicht nur viele „normale“ Arbeitssuchende vermittelt werden konnten, sondern auch viele Langzeitarbeitslose hat ganz konkret mit einer Firma zu tun: Amazon. Das Internet-Versandunternehmen hatte sich in diesem Jahr in Augsburg angesiedelt und während des boomenden Weihnachtsgeschäfts mit bis zu 3000 Mitarbeitern Waren verschickt. Von Anfang an war klar, dass ein Teil zum Jahreswechsel wieder ausscheiden muss.
Der hohe Personalbedarf hat vielen Arbeitslosen aus der Region einen Job gebracht. Aus Sicht der Arbeitsvermittler ist das doppelt positiv, weil die extrem verstärkte Nachfrage nach Arbeitskräften dazu geführt hat, dass auch viele eher schwer vermittelbare Klienten aus dem Hartz-IV-Bereich in Lohn und Brot kamen. Denn Amazon hat mit dem hohen Anteil an Lagerarbeiten auch Verwendung für Personal ohne Ausbildung. Aus dem Hartz-IV-Bereich wurden 75 Männer und Frauen allein im Dezember vermittelt, „sonst sind das etwa 40“, sagt Denkel. Mit dem Beschäftigungsstand im Hartz-IV-Sektor hat es das Wittelsbacher Land im bundesweiten Vergleich aller Arbeitsagenturen sogar auf Rang sechs geschafft.
Die verstärkte Nachfrage nach Arbeitnehmern hat auch bei den Unternehmen für ein Umdenken gesorgt. Firmen schätzen ihre älteren Mitarbeiter und deren Know-how wieder mehr und überlegen es sich zweimal, ob sie sie in Krisenzeiten auf die Straße setzen. Auch Neueinstellungen von über 50-Jährigen sind wieder häufiger.
Eine Entwicklung setzt sich ungebrochen fort: Immer mehr Menschen brauchen finanzielle Unterstützung, obwohl sie arbeiten. 350 Männer und Frauen waren das im Dezember, das sind 60 mehr als vor einem Jahr.
Vor dem kommenden Jahr ist Reinhold Demel trotz der Insolvenz bei manroland, bei der 2500 Arbeitsplätze im Feuer stehen, nicht bang. Zum einen kann womöglich ein Teil der Stellen erhalten werden, zum anderen handele es sich bei den Angestellten um qualifizierte Fachkräfte, nach denen immer Nachfrage bestehe.










