Friedberg schimpft über Tram
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Friedberg schimpft über Tram
Tilla Berz kommt mit ihren Kindern aus Eurasburg zum Einkaufen nach Augsburg und schätzt den Park-and-Ride-Platz und die gute Anbindung mit der Linie 6. Viele Friedberger hingegen wünschen sich die alte Buslinie 36 zurück und fahren stattdessen lieber mit der Bahn.Foto: Florian Winkler-Ohm
„Irgendwo im Nirgendwo“ nennen manche Fahrgäste die Endstation Park-&-Ride Friedberg-West. Andere hingegen schwärmen von der Anbindung nach Augsburg. Einen Tag lang haben wir Fahrgäste der Linie 6 und der Buslinie 200 am Park-and-Ride-Platz befragt, wie die neuen Linien ankommen.
Nicht verwundert hat dabei, dass man kaum auf Friedberger trifft. Für viele ist die Linie 200 und das Umsteigen am Endhaltepunkt gegenüber des Friedberger Sees „völlig sinnfrei“. Der 15-Minuten-Takt der Bayerische Regionalbahn (BRB) ist für die meisten Friedberger die erste Wahl im öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). „Ohne Umsteigen komme ich so in weniger als 15 Minuten direkt in das Zentrum von Augsburg, besser geht es doch nicht“, meint Sieglinde Greif. Sie scheint nicht die einzige zu sein, die die Vorzüge der Bahn zu schätzen weiß. Jeden Morgen ist der Parkplatz am Bahnhof mehr als überfüllt. Ein Zeichen, dass die BRB auf große Zustimmung stößt.
Keinen Parkplatz zu bekommen muss man hingegen am Park-&-Ride-Platz nicht befürchten. Selbst in der Vorweihnachtszeit und an einem Werktag sind die Stellplätze nur zur Hälfte belegt.
Die vorderste Parkreihe haben sich im Laufe des Jahres die Verleiher von Anhänger als kostenlose Werbefläche gesichert. Auch Lastwägen nutzen den Platz zum Abstellen ihrer Anhänger. Gedacht war das sicherlich anders.
Doch für viele Friedberger ist es eben nicht attraktiv von Friedberg mit dem Auto hinunter zu fahren und dann auf halbem Weg nach Augsburg in die Tram umzusteigen. Die alte Buslinie 36 war für viele daher die deutlich bessere Alternative. Auch Familie Hoxa aus Friedberg-West treffen wir an der Endhaltestelle der Linie 6. „Seit ich den Stadtbus nehme bin ich fast jeden Tag zu spät. Entweder muss ich 30 Minuten früher fahren oder in der Kälte warten“, sagt die Mutter.
Ganz anderer Meinung ist Tilla Berz aus Eurasburg: „Ich finde es ideal hierher mit dem Auto zu fahren und erspare mir so das Parkplatzproblem in Augsburg.“
Bei allen Befragten aus Friedberg selbst zeigt sich, dass das Umsteigen und die Wartezeiten das Hauptproblem für die schlechte Nutzung der Tram ist. Die Ausdehnung des 15-Minuten-Taktes der Linie 200 bis 21 Uhr begrüßen dagegen alle. Die meisten Nutzer des Park-&-Ride-Platzes kommen – dem Autokennzeichen nach – aus dem Landkreis. Sie schätzen die Möglichkeit hier kostenfrei zu parken und in wenigen Minuten im Zentrum von Augsburg zu sein. „Richtig voll ist es jedoch nie“, erzählt ein Straßenbahnfahrer. Tatsächlich kommen mit jeder Tram kaum mehr als eine handvoll Menschen von Augsburg an der Endhaltestelle an.










