Mehr Geburten, weniger Ehen
Stadt Friedberg veröffentlicht ihre Verwaltungsbilanz für 2011.
Wer eines der 512 Kinder ist, das in Friedberg 2011 auf die Welt kam, hat große Chancen entweder Maria oder Alexander zu heißen. Das sagt zumindest die Statistik, die Hans-Jürgen Trinkl, Leiter des Bürgerbüros Friedberg, aktuell in seinem Jahresbericht veröffentlichte. Während bei den Jungennamen auch Elias und Maximilian genauso beliebt waren, ist Maria bei den Mädchennamen – wie bereits im Jahr 2010 – unangefochtene Nummer Eins. Erst mit weitem Abstand taucht auf dem zweiten Platz Sophie und danach Sarah auf.
Überhaupt war 2011 ein geburtenstarkes Jahr. 23 Kinder mehr als im Vorjahr erblickten 2011 in Friedberg das Licht der Welt. Die meisten davon waren Jungen, anders als noch 2010. Rund 29 Prozent der Eltern waren zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Kein Wunder also, dass die Stadt bei den Eheschließungen einen Rückgang zu verzeichnen hat.
Gingen in 2010 noch 210 Paare den Bund fürs Leben in Friedberg ein, waren im vergangenen Jahr nur noch 194 Paare heiratswillig. Rund die Hälfte der Paare nutzt dabei das Wochenende für die Eheschließung.
Wie schon in 2010 ist anscheinend auch im abgelaufenen Jahr der „gemeinsame Name“ äußerst wichtig. 87 Prozent entschieden sich für einen gemeinsamen Namen, nur drei Prozent konnten sich dabei jedoch auf den Mädchennamen der Ehefrau einigen. Rund 13 Prozent aller Paare bleiben auch nach der Eheschließung bei getrennten Namen. Keine Veränderung zeigt sich in der Statistik bei der Frage, in welchem Monat am liebsten geheiratet wird. Der Juli war schon im vorangegangen Jahr die erste Wahl vor Oktober und Mai. Seltsam, da eigentlich der 10.10.2010 oder der 11.11.2011 geradezu prädestinierte Hochzeitsdaten sind, bei denen in der Zukunft kaum die Gefahr besteht, dass der Hochzeitstag vergessen wird. „Wahrscheinlich war es den meisten zu kalt im Oktober oder November“ meinen die Angestellten aus dem Standesamt.
Bei den „eingetragenen Lebenspartnerschaften“ blieb es wie bereits 2010 bei drei Paaren, die sich das Ja-Wort gaben. Hier kann es laut Brancheninsidern durchaus mehr werden, wenn der Bundesgerichtshof in einem aktuell laufenden Urteil gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern endlich die gleichen Steuerrechte wie bei „normalen“ Ehepaaren einräumt.
Die Sterbefälle in Friedberg nahmen hingegen von 386 im Jahr 2010 auf 397 zu. Deutlich mehr Frauen starben im abgelaufenen Jahr als Männer. 2010 war dies genau umgekehrt. Kein Grund zum Aufatmen also für eines der Geschlechter.
Grund zur Freude hingegen hat allenfalls die Kirche, denn während sich noch im Jahr 2010 insgesamt 361 Menschen für einen Austritt aus der Kirche entschlossen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 160 Personen und damit weniger als die Hälfte.
Auch beim Ausländeranteil spielt Friedberg in den unteren Rängen mit einem Anteil von nur 5,21 und einem Wachstum, das unter einem halben Prozentpunkt lag.
Mit 1438 Neuanmeldungen in Friedberg als Hauptwohnsitz und 1353 Abmeldungen kann die Stadt ihren Wachstumstrend fortsetzen. „Friedberg ist beliebt“ sagt nicht nur Bürgermeister Dr. Peter Bergmair. Auch für viele junge Familien ist Friedberg bei der Wahl nach einem neuen Wohnort die erste Wahl. Gute Arbeitsbedingungen, beste Infrastruktur und die Lage zwischen Augsburg und München scheinen für viele Familien gute Anreize zu liefern, sich dauerhaft in Friedberg niederzulassen. Das wird auch in der gestiegenen Anzahl an Gewerbeanmeldungen deutlich. Gut möglich also, dass die Einwohneranzahl zum Stichtag 31. Dezember 2011 von 28 997 zum Jahresende 2012 übertroffen wird.










