Neuer Vorstoß fürs Gymnasium
Staatssekretär Franz-Josef Pschierer besucht die Mittelschule in Mering und informiert sich über die Möglichkeit, dort ein Gymnasium zu schaffen. Rektorin Pfaffinger kämpft um die Mittelschule.
Fürsprache und Unterstützung erhofft man sich in der Marktgemeinde von Staatssekretär Franz-Josef Pschierer, der sich jetzt gemeinsam mit Landrat Christian Knauer und CSU-Kreisräten über die mögliche Umgestaltung der Mittelschule an der Amberieu-Straße informierte.
Tomaschko versuchte Pschierer mit einem großen Lebkuchen-Gymnasium zu locken, doch der Staatssekretär ließ sich auch durch die süße Versuchung nicht zu konkreten Aussagen verleiten. Er bat die Kommunalpolitiker um Verständnis für die „schwierige Situation“. Die Begründung für ein Gymnasium im südlichen Landkreis müsse nachvollziehbar sein. Das bedeutet, dass für eine Entscheidung handfeste Zahlen ausschlaggebend sein werden.
Diese versuchten Knauer und Tomaschko dem Staatsekretär prompt zu liefern. „Von den rund 1100 Gymnasiasten aus dem südlichen Landkreis pendeln 700 aus, vor allem nach Augsburg“, erläuterte der Kreisvorsitzende. Allein in unserem Landkreis seien 18 Klassen in Container oder andere Gebäude ausgelagert. Mit rund 3000 Jugendlichen habe das Friedberger Schulzentrum die Grenze seiner Kapazität erreicht, so der Landrat.
In die Waagschale warf Knauer auch die geplante Ausrichtung des Gymnasiums, die der Kreistag Ende 2010 beschlossen hatte: wirtschaftswissenschaftlich-sozial und sprachlich mit drei modernen Fremdsprachen. „Damit können wir etwas Besonderes anbieten, das uns einerseits intern keine allzu große Konkurrenzsituation beschert, andererseits in die Region westlich von München ausstrahlt.“
Durch das Konzept, die Mittelschule Mering umzuwidmen, spare der Freistaat Kosten, denn die Sanierung sei günstiger als ein Neubau.
Auch die CSU-Verbände Mering und Kissing sehen in der möglichen Schullandschaft die Chance auf eine sogenannte Win-Win-Situation, so Merings CSU-Vorsitzender Florian Mayer: „Die historische Chance auf eine gymnasiale Bildungseinrichtung im Landkreissüden dürfen wir nicht verpassen.“
Trotz dieser Argumente gab sich Pschierer nach dem Rundgang durch die Meringer Schule bedeckt: Man werde im Finanzministerium „genau hinschauen und Entscheidungen auf den Prüfstand stellen“.
Keineswegs so euphorisch wie viele Kommunalpolitiker beurteilt Rektorin Ingeborg Pfaffinger die Pläne für eine Umnutzung. „Gewiss bedeutet ein Gymnasium eine Bereicherung für das Schulzentrum und eine Aufwertung für die Marktgemeinde“, sagt sie, „aber ich bedauere, dass zum Meringer Schulzentrum dann keine Mittelschule mehr gehören soll.“ Sie ist derzeit für 352 Jugendliche in 15 Klassen verantwortlich und äußerte eine Reihe von Bedenken.
Bei einer Auflösung der Meringer Schule herrsche große Raumnot in den anderen beiden Schulen in Kissing und Merching. „Dann gibt es wenig Platz für die sinnvolle Verwirklichung zukunftsorientierter und vom Ministerium geforderter pädagogischer Konzepte, etwa Auf- und Ausbau des gebundenen Ganztagszuges, Modularisierung, kleinere Klassenstärke bei Kooperation und Inklusion“, so Pfaffinger.
Nach Ansicht der Rektorin wären Erweiterungsmaßnahmen an den Schulen in den Nachbarorten unumgänglich. Auch die Schülerbeförderung müsste völlig neu strukturiert werden. „Kissing hat bis heute noch keine Fahrschüler und dementsprechend müssten zusätzlich auch Aufenthaltsräume für diese Kinder und Bushaltestellen in Schulnähe geschaffen werden, um eine hohe Anzahl von Fahrschülern aufnehmen zu können“, erläutert die Rektorin.
Die Auflösung der drittgrößten Mittelschule im Landkreis sei kein Schritt für wenige Jahre, so die Schulleiterin weiter. „Das würde für Generationen, wenn nicht auf Dauer, bedeuten, dass der Schulzweig aus dem Ort verschwindet, der für das handwerklich geprägte Mering bisher von großer Bedeutung war.










