Wieder weniger Verkehrstote
Die Zahl der Unfallopfer im Landkreis Aichach-Friedberg sinkt auf fünf. Die Polizei rechnet das auch dem Ausbau der Straßen zu.
Seit 1972 lag nur zweimal – 1998 und 2010 mit sechs Toten – die Zahl der Unfallopfer im einstelligen Bereich, im vergangenen Jahr starben erfreulicherweise so wenige Menschen auf den Straßen wie nie. In den Jahren zuvor lag die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Menschen relativ stabil zwischen 14 und 16.
Damals setzte sich das Wittelsbacher Land negativ vom Bundestrend ab, denn in Deutschland sank die Zahl der Verkehrsopfer kontinuierlich. 2011 entwickelte sich der Landkreis nun wieder gegen den Trend, diesmal allerdings erfreulich, denn auf Bundesebene nahm die Zahl der tödlichen Unfälle erstmals seit 20 Jahren wieder zu, in den ersten drei Quartalen um 5,9 Prozent. Experten führen das übrigens unter anderem auf das warme und trockene Frühjahr zurück, das mehr Motorrad- und Fahrradfahrer auf die Straßen lockte.
Warum aber beispielsweise auch die Zahl der Unfälle im August und September zunahm, ist unklar. Ein Grund ist nach Ansicht von Statistikern auch die gute Konjunkturlage: Wenn mehr Menschen Arbeit haben, fahren sie auch mehr Auto und damit passieren mehr Unfälle.
Ebenso kann die positive Entwicklung im Landkreis nur teilweise erklärt werden. Bereits im vergangenen Jahr verwies allerdings der Verkehrsexperte der Aichacher Polizei, Helmut Beck, auf die hohen Summen, die in jüngerer Vergangenheit in den Straßenbau investiert wurden. Damit konnten viele Unfallschwerpunkte entschärft werden. Aber auch Tempobeschränkungen wie etwa auf der B 300 zwischen Aichach und Dasing haben einen positiven Effekt gehabt.
In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge konstant. Mit der Zunahme des Straßenverkehrs gingen auch die Unfallzahlen tendenziell nach oben. Dass dennoch die Zahl der Verletzten und nun auch die Zahl der Toten zurückgeht, ist ohne Frage auch ein Verdienst der umfangreichen Sicherheitsausstattung der Autos. Der Höchststand der Verkehrstoten im Landkreis Aichach-Friedberg lag in den Jahren 1978 und 1980 bei 41. Bis in die 90er Jahre hinein starben konstant mehr als 20 Menschen im Jahr auf den Landkreisstraßen, zuletzt waren es im Jahr 2000 noch einmal 25.
Bundesweit lag der traurige Rekord im Jahr 1970 bei über 21 000 Opfern, 2010 waren es nur noch 3648.










