Ein bisschen wie Hollywood
Der silberne Oskar hat es wahrlich in sich. Für die Mittelschüler war die Zusammenarbeit mit den Studenten ein echter Mehrwert. Der Film über Mobbing soll in der ganzen Region eingesetzt werden.
Seit drei Jahren arbeitet die Mittelschule Königsbrunn Süd mit dem Institut für Mediendidaktik an der Universität Augsburg zusammen. Während die Studenten in einem echten Feldversuch den Schülern Anleitungen geben, haben sie selbst den Anspruch, ein Filmprojekt abzuliefern, das ihnen nicht nur die begehrten Creditpoints für das Studium verschafft, sondern auch über das Semester hinaus Bestand hat. Für Rektor Michael Ettel ist es der Spagat zwischen einem Angebot für eine Schülergruppe im Rahmen der Differenzierung im Kreativblock einerseits und sich in der Planung arrangieren müssen zwischen Schuljahr und abweichender Vorlesungszeit während der jeweiligen Semester. Der Erfolg spreche dabei für sich.
Mit einer Performance zum Thema „Jungs machen Theater und Mädchen eine Szene“ kam das Uni-Schule-Team Ende 2010 sogar zu bayernweiten Ehre. Sozial- und Kultusministerium hatten Schüler aufgerufen, sich kreativ mit dem Thema „Gleichberechtigung von Männern und Frauen“ auseinander zu setzen. Dafür gab’s letztlich den „Sonderpreis des Sozialstaatssekretärs“ von Markus Sackmann in Höhe von 500 Euro.
Im laufenden Wintersemester, also dem ersten Schulhalbjahr, griffen die Studenten ein heißes Eisen an: Mobbing.
„Das Thema ist auch bei uns aktuell. Das zeigt eine Fortbildung auf Landkreisebene, die erst vor wenigen Tagen stattfand. Alle Schulen können künftig für Projekttage zum Thema Mobbing Projektkoffer ausleihen. Dazu bieten wir jetzt diesen Film als Beitrag an“, meinte Ettel.
Die Geschichte des Films ist schnell erzählt. Ein neuer Schüler kommt in die Klasse. Von seiner Mutter überbehütet wird er von seinen Mitschülern gehänselt, auf neudeutsch: gemobbt. Erst als es zwischen einer Mitschülerin und ihm „gefunkt“ hat wird der Außenseiter von seinen Mitschülern akzeptiert. In anschließenden Interviews geben einige der mitspielenden Schüler zu, schon gemobbt worden zu sein. Das habe sich „nicht gut“ angefühlt. Ein Schüler habe deswegen sogar die Schule gewechselt. Ihre Lehrer hätten sie deswegen angesprochen, aber keine Hilfe erfahren. Die Offenheit mit der die Schüler gemeinsam mit den Studenten, unter der fachlichen Anleitung von Florian Saule das Thema angegangen sind, spricht sicherlich für die Offenheit der Schule und den Willen, sich dem Thema zu stellen. Zugleich zeigt es auch die Hilflosigkeit der Pädagogen, über ihre fachliche Qualifikation hinaus den Schülern stützend und helfend zur Seite stehen zu können.
Für die Schüler sei der Film ein echter Gewinn gewesen, waren sich die Studenten sicher. Zur Filmpremiere waren sie „im kleinen Schwarzen“ in die Schule gekommen. Alle Schüler der gebundenen Ganztagsklassen waren zur Premiere anwesend. Die Verleihung der Urkunden und der Oskars für die besten Schauspieler in den Haupt- und Nebenrollen oder der besten Kameraführung nahmen die betreffenden Schüler mit strahlenden Augen und unter dem Applaus ihrer Mitschüler entgegen. Saule freute sich, dass die Rückmeldung der Studenten sehr positiv und motivierend gewesen sei.










