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Diedorf/Neusäß

Gleis 3: Gedämpfte Hoffnung in Diedorf und Neusäß


Der Bundestagsabgeordnete Toni Hofreiter besucht Bahnhöfe in Diedorf und Neusäß. Es geht wieder mal ums dritte Gleis.

Diedorf und Neusäß haben fertige Pläne für den Umbau ihrer Bahnhöfe in den Schubladen. Dabei geht es um mehr Sicherheit an und um barrierefreie Zugänge zu den Bahnsteigen und Lärmschutzmaßnahmen für die Anlieger. Vor allem aber geht es um das dritte Gleis von Neusäß bis Dinkelscherben, das die Kommunen seit vielen Jahren einfordern. Doch bis heute ist nichts passiert – und es wird sich wohl so schnell nichts ändern.

  • Die Signale  stehen auf Halt Die Signale stehen auf Halt
    Diedorfs Bürgermeister Otto Völk (Zweiter von links) erklärte Grünen-Kreisrätin Ursula Jung, Bundestagsabgeordnetem Toni Hofreiter und der Neusäßer Stadträtin Silvia Daßler (von links) die Situation am Diedorfer Bahnhof.
    Foto: Lang
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Der Neusäßer Ortsverband der Grünen hatte Toni Hofreiter, Mitglied im Deutschen Bundestag und Vorsitzender des Verkehrsausschusses, eingeladen, um sich vor Ort über die Pläne zu informieren und darzulegen, welche Abhängigkeiten tatsächlich bestehen. Geht tatsächlich alles nur mit einem dritten Gleis, wie ist der Stand der Dinge und wie kann es weitergehen? Die Kommunen brauchen die Zustimmung und Zusammenarbeit mit der Bahn, sagte Grünen-Stadträtin Silvia Daßler.

Es werde immer wieder darauf hingewiesen, dass ohne eine Entscheidung über das dritte Gleis keiner der Pläne umgesetzt werden könne. Ist das tatsächlich so und wenn ja, was bedeutet dies für die Handlungsfähigkeit und Pläne der Kommunen? Landrat Martin Sailer habe im November 2011 erklärt, das dritte Gleis werde in den Bundesschienenverkehrswegeplan aufgenommen, sagte Daßler; doch mit welcher Konsequenz?

Diedorfs Bürgermeister Otto Völk erläuterte die Probleme und Umbaupläne am Bahnhof. Zwar gebe es inzwischen einen Halb-Stunden-Takt nach Augsburg und München, man plane eine Erweiterung des Park-and-ride-Platzes und eine Verbreiterung des Bahnsteigs Richtung neues Gymnasium. Entscheidend ist aber: „Wann kommt das dritte Gleis?“, denn für die Entwicklung der Region sei dies unabdingbar.

Toni Hofreiter sagte, dass es grundsätzlich sinnvoll sei, angesichts der steigenden Benzinpreise in gute Schienenanbindungen zu investieren und damit die Standortqualitäten zu stärken. Wenn das dritte Gleis erst im Bundesschienenverkehrswegeplan sei, dann komme es in der Regel auch in die Ausbaugesetze und gebe den Kommunen Planungssicherheit. „Doch bis zu einer Realisierung können Jahrzehnte vergehen“, dämpfte Hofreiter vorschnelle Hoffnungen.

Mit 37 Milliarden Euro sei einfach zu wenig Geld in den Töpfen, um sinnvoll und rasch Projekte zu verwirklichen; nötig wären pro Jahr etwa 50 Milliarden Euro. Andererseits stehen rund sieben Milliarden Euro für die Bundesländer als Regionalisierungsmittel zur Verfügung, Bayern könnte dadurch etwa eine Milliarde Euro für „kleinere Infrastrukturmaßnahmen“ einsetzen, so Hofreiter.

Bürgermeister Otto Völk jedenfalls will sich verstärkt um die Verbreiterung des Bahnsteigs bemühen und hofft, dass man die Probleme in Berlin ernst nimmt und politisch unterstützt. „Nochmal Jahre dafür kämpfen macht müde“, meinte Diedorfs Gemeindechef.

20.07.2012 | 11:00 Uhr - von axl


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