Grabens Rektorin Andrea Schöffel geht: Ein schulischer Präzedenzfall
Die Kündigung kam plötzlich. Der Nachfolger sei gefunden und soll wohl im September anfangen.
Der fachliche Leiter des staatlichen Schulamtes im Landkreis Augsburg, Schulamtsdirektor Johannes Ostermeier, habe ihr gesagt. „Damit haben Sie einen Präzedenzfall geschaffen.“
Rund ein Dutzend Jahre hat sie an Schulen verbracht, ist seit dem Schuljahr 2009/10 Rektorin der Grundschule in Graben. Damals war sie die jüngste Rektorin im Schulamtsbezirk. „Sie hat hier hervorragendes geleistet“, urteilte Knoller anerkennend. Zuvor war sie fünf Jahre lang Grundschullehrerin in Hiltenfingen, hatte eine Familienpause hinter sich und davor noch ihr Referendariat.
„Meine Entscheidung hat sich in den vergangenen zwei Wochen so zugespitzt“, meinte Schöffel. Aus dem Umfeld wurde bekannt, dass die Rektorin sich sehr für die Belange der Schüler, aber auch die Interessen der Lehrer und der Eltern eingesetzt haben soll. Das Fass des Unmutes hatte sich offenbar langsam gefüllt und war jetzt zum Überlaufen gekommen. Schöffel sei sich sicher, dass sie künftig weiter mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchte. Genaues wisse sie noch nicht. Bis zu ihrer Entlassung hat sie zunächst ein paar Wochen Ferien.
Zu Redaktionsschluss wurde bekannt, dass bereits ein Nachfolger für die Stelle als Rektor der Grundschule in Graben gefunden sei. Es soll sich um einen erfahrenen Pädagogen handeln, der wohl von allen Seiten vor Ort gerne gesehen sei. Doch die Entscheidung liegt letztlich bei der Regierung von Schwaben in Abstimmung mit dem staatlichen Schulamt Augsburg-Land. Eine Ausschreibung der Stelle über den schwäbischen Schulanzeiger, das amtliche Mitteilungsblatt der Regierung von Schwaben, hieße, dass wohl frühestens zum Kalenderwechsel mit einem neuen Schulleiter zu rechnen wäre. Die mögliche schnelle Entscheidung könnte dazu beitragen, dass schon zum Schuljahresbeginn die Übergabe der Amtsgeschäfte abgeschlossen wäre.
„Ich bin sicher, dass wir mit einer neuen Schulleitung ins neue Schuljahr starten können“, zeigte sich Knoll personell neutral aber zuversichtlich. Als Beamtin hat Schöffel keine Kündigungsfrist. „Mir ist wichtig, dass die Schule gut weitergeführt wird. Ich möchte weder die Schüler, noch die Eltern, noch die Kollegen hier hängen lassen“, sagte die Rektorin. Auch der Dienstherr scheint daran interessiert zu sein, baldmöglichst klare Verhältnisse zu schaffen. 136 Schüler werden Mitte September an der Schule unterrichtet, acht weniger als im vergangenen Schuljahr. Die Jahrgangsstufen sind teils zweizügig.
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