Losglück für die Dinkelscherbens SPD
In Dinkelscherben wechselt Franz Mayr die Fraktion und die Ausschüsse werden neu verteilt.
Wie schon vor einigen Wochen in Zusmarshausen, wurden am 7. Februar auch in Dinkelscherben die sogenannten Kreisenergiewerke vorgestellt. Dazu erklärte Herwig Leiter vom Landratsamt Augsburg das Konzept, welches eine Gesellschaft zum Ausbau der erneuerbaren Energien im Landkreis plant – und dabei natürlich gerne die Gemeinden mit an Bord hätte. Auch in Dinkelscherben wurde das wenig ausgereifte Konzept kritisiert, grundsätzlich stellten sich die Räte aber hinter den Entwurf.
Eine feste Zusage würde nach Bekanntwerden detaillierterer Planungen gegeben, so 1. Bürgermeister Peter Baumeister. Damit war das Thema der regenerativen Energien jedoch noch nicht abgehakt, denn der regionale Planungsverband Augsburg hatte hierzu ebenfalls eine Aufforderung gestellt. Darin wurde die Gemeindeverwaltung aufgefordert, geeignete Flächen für die Nutzung von Windenergie zu bestimmen. Im Rahmen dieser Verpflichtung, mindestens eine Fläche für die Errichtung einer Windkraftanlage auszuweisen, wurde ein Areal im südlichen Gemeindegebiet vorgeschlagen, etwa einen Kilometer von den Ortsteilen Ried und Breitenbronn entfernt.
Allerdings sahen viele Räte das Vorhaben „Windenergie“ kritisch und sprachen von einer „Hau-Ruck-Aktion“. Es wurde der kritische Vergleich mit der Solarenergie laut, die vor zwei Jahren einen derartigen Hype erlebte, derzeit allerdings finanziell eher Probleme macht. „Wir brauchen nicht um jeden Preis die Windenergie in unserer Gemeinde“, so Stefan Steinbacher (Freie Wähler). Die Ausweisung des Gebiets wurde folglich verschoben.
Bereits im Jahr 2011 hatte sich das Gremium mit der Sanierung der Reischenau-Sporthalle beschäftigt und den Sanierungsauftrag damals an das Architektenbüro Krause & Krause aus Adelsried vergeben. Diese stellten nun in der jüngsten Sitzung verschiedene Varianten vor, die Halle am östlichen Ortsrand neben den ansässigen Schulen überholt werden könnte. Besonders energetisch sei das Gebäude nicht mehr auf dem neusten Stand, außerdem waren verschiedene Wünsche zur inneren räumlichen Ausgestaltung an die Räte herangetragen worden.
Neben einem neuen Foyer, das nun wahrscheinlich im Südwesten des Gebäudes angebaut wird, regten unter anderem die Vereine den Einbau einer Bühne und eines Mehrzweckraumes an, der beispielsweise als Kraftraum genutzt werden könnte. Außerdem legten die Architekten einen Entwurf vor, der den Anbau einer Kinderkrippe im Nordosten vorsieht und Platz für wahlweise eine oder zwei Gruppen mit je 15 Kindern bietet. Bis auf den letzten Entwurf stimmten die Räte den vorgelegten Planungen zu, das gesamte Sanierungsprojekt wird sich auf über zwei Millionen Euro belaufen.
Zum ersten Mal in der aktuellen Legislaturperiode stand in der jüngsten Sitzung auch ein Fraktionswechsel auf der Tagesordnung. Marktgemeinderat Franz Mayr von den Freien Wählern ist künftig Mitglied der CSU-Fraktion. Nicht leichtgefallen sei ihm diese persönliche Entscheidung, doch aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Ziele der Freien Wähler sei sie schließlich unausweichlich geworden.
Mit dem Wechsel ergibt sich eine neue Mehrheitsverteilung: Die CSU hat nunmehr 10 Sitze, Freie Wähler und SPD jeweils 5. Durch diesen Gleichstand entsteht eine Pattsituation bei der Verteilung der Ausschusssitze, da eigentlich der SPD und den Freien Wählern jeweils ein halber Sitz zustehen würde.
Solange es noch keine halben Gemeinderäte gibt, kann diese Pattsituation rein rechtlich nur über ein Losverfahren gelöst werden. Das Glück auf ihrer Seite hatte dabei ganz klar die SPD, die kurioserweise in allen vier Ausschüssen den offenstehen Sitz zugelost bekam. Im Haupt-, Bau-, Kultur- und Landwirtschaftsausschuss hat nun die SPD jeweils zwei Sitze, die Freien Wähler nur noch einen und die CSU weiterhin drei Sitze.










