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Wertingen

Wertingen ermittelt "Feuerwehrbedarfsplan"


Die Stadt Wertingen hat den Auftrag zur Erstellung eines "Feuerwehrbedarfsplans" erteilt. Ein Experte geht nun die Themen Bedarf, Sicherheitsniveau und Finanzierbarkeit an.

"Unserer Feuerwehren sind uns lieb und teuer." Bürgermeister Willy Lehmeier verdeutlichte dies bei den letzten Bürgerversammlungen mit Nachdruck. Doch Begriffe wie Wirtschaftlichkeit und Effektivität fallen auch im Zusammenhang mit den Feuerwehren. Und so wird immer öfter die Frage gestellt: Wie viel Feuerwehr braucht eine Kommune? Eine Untersuchung soll nun darüber Auskunft geben.

  • Wertingen ermittelt "Feuerwehrbedarfsplan" Wertingen ermittelt "Feuerwehrbedarfsplan"
    Der "Feuerwehrbedarfsplan" bildet die Basis für die Entscheidungen über die Aufstellung und den Unterhalt einer leistungsfähigen Feuerwehr sowie über zukünftige Einsatz- und Fahrzeugkonzepte.
    Foto: Freiwillige Feuerwehr Wertingen
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Der Stadtrat hat sich deshalb dazu entschlossen, für die Fortentwicklung der insgesamt acht Wehren vor Ort einen so genannten „Feuerwehrbedarfsplan“ aufzustellen. Das Papier soll eine Leitlinie für die zukünftigen Entscheidungen der Stadträte darstellen. Den Auftrag zur Erstellung des Gutachtens hat die Stadt einem Unternehmen für Sicherheitsberatung erteilt. Experte Robert Kroha holte sich dazu bereits erste Informationen vor Ort.

Um konkrete Aussagen und Feststellungen treffen zu können, muss der Fachmann das Feuerwehrwesen in Wertingen und den Ortsteilen genauestens unter die Lupe nehmen. Die Vorgaben durch das Bayerische Feuerwehrgesetz fallen hierzu nämlich sehr dürftig aus.

Nach einer dortigen Verordnung richtet sich die Stärke einer Freiwilligen Feuerwehr lapidar nach der Größe des zu schützenden Gebietes und nach den dort vorhandenen Gefahren aus. Die Mindeststärke einer Freiwilligen Feuerwehr sei eine Gruppe mit neun Mann in dreifacher Besetzung, in Ausnahmefällen in zweifacher Besetzung, heißt es. Darüber hinaus müsse eine gemeindliche Feuerwehr in der Lage sein, an jeder an einer Straße gelegenen Einsatzstelle in höchstens zehn Minuten Hilfe zu leisten.

Diese sehr offenen Formulierungen in den gesetzlichen Vorgaben erfordern Handlungsbedarf, meinen Experten. Sie würden weder dem immer größer werdenden Anspruchsdenken der Bürger, noch einer klaren Bedarfsfestlegung für eine kommunal Feuerwehr gerecht, so beispielsweise der Fachmann und Gutachter, der Kemptener Diplom-Ingenieur Stephan Rudolph. „Von der Bevölkerung wird heute im Schadenfall ein schnelles und kompetentes Eingreifen der Feuerwehr flächendeckend für das gesamte Stadt- beziehungsweise Gemeindegebiet erwartet.“

Der Wertinger Stadtrat ist deshalb als politischer Entscheidungsträger seiner Aufgabe nachgekommen, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben die Meßlatte für das Sicherheitsniveau in der Stadt festzulegen. Im Blick stehen die zukünftigen Anforderungen an die Feuerwehren und die Finanzierbarkeit. Fachgerechte Entscheidungen kann der Stadtrat allerdings nur bei ausreichender Information fällen.

Diese Informationen erstellt nun Robert Kroha in einem „Feuerwehrbedarfsplan“. Der Diplom-Kaufmann hat in diesem Metier bereits große Erfahrung. Er begutachtete unter anderem schon das Feuerwehrwesen in den Städten Speyer, Neu-Ulm und Feldkirch. Er sammelte nicht nur Einsatzpraxis sondern absolvierte auch eine Ausbildung zum Zugführer und Leiter einer Feuerwehr.

Kroha analysiert beispielsweise die Personalstärke und die detaillierte Verfügbarkeit der Feuerwehrleute zu unterschiedlichen Tageszeiten. Mit diesen und anderen Daten, Zahlen und Gegebenheiten wird die Basis für ein Sollkonzept erarbeitet. Schließlich werden alle Informationen ausgewertet, ein „Feuerwehrbedarfsplan“ erstellt und dieser dann dem Stadtrat präsentiert.

„Der Vergleich mit dem Ist-Zustand zeigt dann auf, ob Änderungen erforderlich sind“, so Bürgermeister Willy Lehmeier. „Notwendige Maßnahmen werden in die Gruppen Organisation und Investition geteilt und nach Priorität sortiert.“

18.08.2012 | 19:43 Uhr - von Siegfried P. Rupprecht


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