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Augsburg

Ärger um den Innenstadtumbau


SPD kritisiert neue Werbekampagne: Kosten nicht transparent

Riegele-Chef Sebastian Priller will ihn, Unipräsidentin Sabine Doering-Manteuffel auch: Der Innenstadtumbau, genannt Projekt Augsburg City (PAC), wird demnächst wieder fleißig beworben. Doch die SPD kritisiert die Kampagne der Stadt – es werde nicht transparent gemacht, wie hoch die Kosten sind und wer sie trägt.

  • Schilder weisen den Weg durch die Stadt, Flyer und Plakate werben für den Innenstadtumbau und eine eigene Homepage gibt es auch - die SPD will nun wissen, wie viel Euro die Stadt für die Werbung ausgibt.
    Foto: Tobias Bettighofer
Bild von
Augsburg, die Großbaustelle: Nicht nur für Autofahrer ist die Umgestaltung der Innenstadt ein Ärgernis. In der Fußgängerzone rollen Baufahrzeuge, die südliche Annastraße wird wegen der vielen kleinen Stege zu den Geschäften heimlich „Klein-Venedig“ genannt.

Um die Menschen in und um Augsburg zum Durchhalten zu motivieren, hat die Stadt die Kampagne für das Projekt Augsburg City neu aufgelegt: In den kommenden Wochen werben bekannte Persönlichkeiten als „Zukunftsdenker“ für den Umbau der Innenstadt, darunter die Unipräsidentin, der Brauereibesitzer, Thorsten Keller, Center-Manager der City-Galerie, und Michael Hartisch, Geschäftsführer von Karstadt.

„Viele Repräsentanten aus Gesellschaft, von Unternehmen, Verbänden, Bildungseinrichtungen und Meinungsbildern erkennen die historischen Chancen, die sich durch dieses Projekt für unsere Stadt ergeben“, erklärt Ekkehard Schmölz, Leiter des städtischen Medien- und Kommunikationsamts, den Grundgedanken der Kampagne. „Positiv und geschlossen wie selten stehen sie deswegen hinter diesem Projekt und fördern es unentgeltlich und zum Teil auf eigene Kosten.“ Dadurch würden sie nicht nur helfen, den Innenstadtumbau als Großbaustelle wahrzunehmen, sondern die positiven Effekte für den Standort Augsburg zu erklären.

Die SPD hingegen hegt schwere Bedenken: Die Werbekampagne, die vom Team m&m gestaltet wird, – die Werbeagentur hatte auch schon den Wahlkampf von OB Kurt Gribl organisiert – sei in den Ausschüssen nie thematisiert worden. Völlig unklar sei, wie hoch die Kosten seien, wer dafür aufkomme, wer die Kampagne in Auftrag gegeben hat.

Denn „das Bedürfnis, den Straßenbahnersatz zu erklären, ist bereits erfüllt“, betont Fraktionsvorsitzender Stefan Kiefer. „Was jetzt noch unter dem Deckmäntelchen des Kö-Umbaus kommt, ist letztlich reine Wahlkampfwerbung der CSU-Stadtregierung – nur nicht auf Kosten der CSU, sondern des Steuerzahlers und der Stadtwerkekunden“, befürchtet er.
Deshalb beantragt die SPD, die Fakten auf den Tisch zu legen: „Wenn die Stadträte über die Medien erfahren, dass die Fortführung einer Kampagne geplant ist, die unter anderem auch städtebauliche Vorhaben der Stadtregierung vermarkten soll, für die aber offiziell keine öffentlichen Gelder vorhanden sind, muss dies aufgeklärt werden“, bekräftigt Christa Stephan, finanzpolitische Sprecherin der Fraktion.

Durch die Kampagne seien der Stadt kaum Kosten entstanden, versichert Ekkehard Schmölz. Die Visualisierung der „Zukunftsdenker“ habe 3840 Euro verschlungen, hinzu kämen die Kosten für den Fotografen. Hier gehe die Stadt in Vorleistung, aber das Geld sei „gut angelegt“, erklärt er.

Das Teuerste der Kampagne – die Werbung selber – übernähmen nämlich die Partner: die Uni, die Brauerei Riegele, die City-Galerie. Riegele beispielsweise wolle auch auf seinen Bieretiketten für PAC werben, die City-Galerie auf ihren Stelen. „Wir könnten eine Werbung in der City-Galerie nicht bezahlen“, so Schmölz, der die Stadt in der Pflicht sieht, „die Bevölkerung transparent und umfassend zu informieren“.

Der Amtsleiter weist auf einen Vertrag zwischen Stadt und Stadtwerke hin, in dem genau festgelegt sei, dass der städtische Beitrag zu dem Auftrag im sechsstelligen Bereich lediglich 40 000 Euro pro Jahr betrage. Mit diesem Betrag würden ausschließlich die Baumaßnahmen der Stadt beworben, die Werbung für die Verkehrsmaßnahmen würden die Stadtwerke tragen.

Dennoch bleibt die SPD misstrauisch: Von diesem Vertrag war bisher nichts bekannt, und die Stadt hat 2009 immerhin 131 000 Euro, 2010 fast schon das Doppelte für PAC ausgegeben. „Mir ist nicht bekannt, dass im Haushalt 2012 Mittel für PAC vorgesehen sind“, betont Stephan.
19.07.2012 | 10:00 Uhr - von Annette Liebmann


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