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Augsburg

Aus für Hot Dogs und Döner


Wegen des Kö-Umbaus müssen die Buden in der Kurzen Bahnhofstraße schließen

Viele Jahre lang haben die beiden kleinen Kioske an der Kurzen Bahnhofsstraße Passanten verköstigt. Nun müssen sie weichen: Im Rahmen der Kö-Umbaus passen die Buden nicht mehr an den Platz und werden abgerissen. Da sie keinen Ausgleich erhalten, stehen die Betreiber nun vor dem finanziellen Ruin.

  • Der Imbissstand der Adraskelous in der Kurzen Bahnhofsstraße war eine beliebte Anlaufstelle für Verpflegung am Königsplatz. Morgen können Kunden dort zum letzten Mal einkaufen, danach werden die Läden endgültig geschlossen.
    Foto: Mareike Simon
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Vor 20 Jahren, so erinnert sich Evanthia Adraskelou, hat sie die kleine Imbissbude am Königsplatz gekauft. Seitdem haben sie und ihre Familie vom Erlös von „Evi’s Hot-dog Stand“ gut gelebt. 300 000 Mark hatten damals Kauf und Einrichtung des Kioskes gekostet, finanziert durch einen Kredit, den sie bis vor etwa fünf Jahren abbezahlt hat.

Vor einem Jahr erhielt sie eine schockierende Nachricht: Ihr Hot Dog-Stand und die benachbarte Dönerbude werden abgerissen, weil sie bei der Raumplanung des neuen Königsplatzes „übersehen“ wurden. Dass ihre Arbeit nur durch eine Sondergenehmigung der Stadt möglich ist, wusste die Griechin bis zu diesem Zeitpunkt nicht. „Als ich den Kiosk übernommen habe, hat mir niemand gesagt, dass mir das Geschäft jederzeit weggenommen werden kann“, berichtet sie.

In Hoffnung auf Hilfe nahmen die Adraskelous Kontakt mit der Stadt auf. Doch die angebotenen Alternativen waren für sie unbefriedigend: Adraskelou sollte sich als Küchenhilfe beim städtischen Altersheim oder für einen Stand auf dem Stadtmarkt bewerben. Einen sicheren Ausgleich für die gut frequentierte Bude konnte die Stadt aber weder ihnen noch den Betreibern des Nachbarstandes bieten. Es folgte ein langer Streit, der schließlich von einem Ultimatum des Bauordnungsamtes beendet wurde: Bis 30. August sollten die Betreiber ihre Kioske räumen, falls sie nicht ein empfindliches Bußgeld zahlen wollten.

Für ihre Zukunft sieht Adraskelou nun schwarz: „Hartz IV habe ich beantragt. Wer nimmt mich denn noch mit 58 Jahren?“ Den Kampf um ihre Existenzgrundlage hat sie aber aufgegeben: „Ich habe einfach keine Kraft mehr“, erzählt sie unter Tränen. „Der Stand sollte eigentlich eine Altersvorsorge für mich und meinen Mann sein.“

Ein wenig Zeit haben die Adraskelous noch: Die Stadt hat den Kioskbetreibern einen Aufschub bis morgen abend erteilt, damit sie schon vorhandene Waren noch verkaufen können. Danach stehen sie vor dem Nichts.
31.08.2012 | 11:33 Uhr - von Mareike Simon


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