Augsburg
Bahnhofsumbau beginnt
Arbeiten für die Tunnelrampe am Hauptbahnhof werden vorgezogen
Die Mobilitätsdrehscheibe geht in die nächste Runde. Am Montag beginnen die Vorarbeiten für eine weitere Baustelle: den Tunnel unter dem Hauptbahnhof. Er soll bis Mitte 2019 fertiggestellt sein.
Bis zum bequemen Umsteigen ist es noch ein weiter Weg: Am 6. August starten die Stadtwerke die Vorarbeiten in der Halder- und Viktoriastraße. Ein Abwasserkanal muss verlegt werden, ab 20. August wird eine Ersatzfahrbahn errichtet. Die Bagger für die Erdarbeiten rollen Anfang September an. Die 120 Meter lange Rampe für den Tunnel beginnt etwa auf Höhe der Synagoge und führt auf sechs Metern unter der jetzigen Oberfläche in die Tiefe. Allein für die Rampe müssen etwa 80 Pfähle mit einem Durchmesser von je 60 Zentimetern gebohrt werden; für den 405 Meter langen Tunnel sind es nochmals 160 Pfähle mit 90 Zentimetern Durchmesser.
Der erste Bauabschnitt wurde vorgezogen, weil mit dem Ersatzfahrplan während des Kö-Umbaus ohnehin keine Trams in der Halderstraße unterwegs sind. So können die Stadtwerke eine spätere Stilllegung des Nahverkehrs vermeiden.
Errichtet werden zunächst nur die Rampe und der Tunneleingang, der so schnell wie möglich mit einem „Deckel“ geschlossen wird. Denn mit Abschluss des Kö-Umbaus Ende 2013 sollen die Straßenbahnen wieder ungestört in Richtung Westen fahren können. Der Erdaushub und der Bau der Gleise erfolgen erst nach 2014.
Mitte nächsten Jahres starten die Vorbereitungen für den mittleren Bereich des Tunnels. Baubeginn ist im Frühjahr 2014. Erst 2017 beginnen die Arbeiten im Thelottviertel.
Mit 57 Millionen Fahrgästen knackten die Stadtwerke im vergangenen Jahr ihren Rekord. Und es werden noch mehr werden: „Der Umstieg auf den öffentlichen Personennahverkehr ist noch nicht abgeschlossen“, glaubt Stadtwerke-Chef Norbert Walther. Für Verkehrsbetriebe heiße das auch, Anreize zu schaffen, um den ÖPNV attraktiv zu machen – wie das bequeme Umsteigen vom Zug zur Tram. Walthers Ziel: eine enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG – „die einzige Wachstumsstrategie der Stadtwerke“ – und 62 Millionen Fahrgäste.
Dass mit dem Fahrplanwechsel im Winter für die Augsburger Bahnkunden weitere Fernverbindungen wegfallen, empfindet er nicht so tragisch: „Die Erneuerung des Hauptbahnhofs wird mehr bringen als das Lamentieren über Bahnverbindungen.“
02.08.2012 | 11:30 Uhr - von Annette Liebmann
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren
Sudetendeutscher Tag: Erinnerung an die Heimat
Es ist ein Kampf gegen das Vergessen und ein Kampf für die Versöhnung: Am Samstag und Sonntag trifft sich die Sudetendeutsche Volksgruppe zum 64. Sudetendeutschen Tag in der Augsburger Messe. Das Motto lautet „Zukunft braucht Heimat“. » mehr
Einzelhändler gehen auf die Straße
Im Zuge des Tarifkonflikts des bayerischen Einzel- und Großhandels legten gestern rund 70 Beschäftigte von H&M, Marktkauf, Obi, der Dehner Gartencenter und Angestellte im Großhandel ihre Arbeit nieder. Zum Streik aufgerufen hatte Ver.di. » mehr
Gasalarm am Hauptbahnhof
Mitten in der Nacht, gegen 1.15 Uhr, musste die Berufsfeuerwehr Augsburg ausrücken. In einem Restaurant am Bahnhof war bei Wartungsarbeiten an einer Kühlanlage ein Leck entstanden, Kühlmittel trat aus. » mehr
Ein grüner Rückzugsort
Wer mit der Linie 64 Richtung Oberhausen fährt, landet an der tristen Endhaltestelle Augsburg Nord. Die lärmende B17, ein überdimensionierter Park&Ride Platz und eine Sondermüllentsorungsanlage sind nicht weit. » mehr
Land der tausend Mühlen
Sagen, Märchen und Mythen ranken sich um sie und berühmte Werke wie „Krabat“ verdeutlichen die Mystik, mit der sie noch immer in Verbindung gebracht werden: die Mühlen. » mehr

















