FC Augsburg
Der FCA kommt unter die Räder
Im Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen muss sich der FC Augsburg mit 1:4 geschlagen geben
Im Vorfeld der Partie in der BayArena war seitens der Augsburger immer wieder zu hören, dass man nicht nach Leverkusen fahren würde, um sich Autogramme zu holen. Dies hat sich auch bewahrheitet, doch Punkte konnte der FCA-Tross auch keine mit an den Lech zurücknehmen. Die Mannschaft von Trainer Los Luhukay kassierte nach dem verdienten Ausgleich innerhalb von zehn Minuten drei Gegentreffer, die das Spiel entschieden haben.
Der FC Augsburg erwischte den besseren Start. Im Anschluss an eine Ecke von Ndjeng schoss Hajime Hosogai aus spitzem Winkel nur knapp am Leverkusener Tor vorbei (3.). Die Gäste aus Schwaben standen wie gewohnt sicher in der Abwehr, offensiv taten sich beide Mannschaften in der Anfangsphase sichtlich schwer. Nach 13 Minuten tauchten die Gastgeber erstmals gefährlich vor dem Kasten von Simon Jentzsch auf, doch Jan Ingwer Callsen-Bracker klärte im letzten Moment gegen Daniel Schwab.
Typisch für die zerfahrene Partie war der Führungstreffer für die Bayer-Elf – aus dem Spiel heraus gab es für die Mannschaft von Robin Dutt kaum Tormöglichkeiten, daher führte eine Standardsituation zum 1:0. Nach einem Eckball kam Stefan Kießling völlig freistehend im Augsburger Strafraum zum Kopfball und ließ Jentzsch keine Abwehrmöglichkeit (25.). In der Folge nahm Leverkusen das Heft in die Hand und drängte den FCA in die eigene Hälfte. Aber nur zwei Fernschüsse von Andre Schürrle (34.) und Renato Augusto (36.) sorgten wirklich für Gefahr.
Kurz vor der Halbzeit kamen die Fuggerstädter zu zwei guten Möglichkeiten: Bayer-Stürmer Kießling klärte nach einem Freistoß das Leder beinahe ins eigene Tor (44.). Die anschließende Ecke von Ndjeng erreichte Sebastian Langkamp, dessen Kopfball fischte Bernd Leno mit einer Glanzparade aus dem Eck. Hosogai brachte den Abpraller per Kopf aber nicht an Gonzalo Castro vorbei, der auf der Linie klärte (45.).
Die zweiten 45 Minuten begannen mit einem Paukenschlag der Lechstädter. Ein Zuspiel von Ndjeng leitete Sascha Mölders per Absatzkick auf Ja-Cheol Koo weiter, der Südkoreaner schlenzte den Ball unhaltbar für Leno zum 1:1-Ausgleich ins Netz (50.) Doch wie so oft konnten sich die mitgereisten FCA-Fans nicht lange freuen, denn nach einer Unachtsamkeit in der Viererkette tauchte Castro völlig frei vor Jentzsch auf und schob zur erneuten Führung für die Werkself ein (60.). Der FCA war nun völlig von der Rolle, die Fehler häuften sich.
Ein katastrophaler Fehlpass von Hosogai leitete einen Konter der Gastgeber über Schürrle ein, den Kießling mit seinem zweiten Tor abschloss. Der Widerstand der Gäste war damit endgültig gebrochen – die logische Folge war das 4:1 durch Nationalspieler Schürrle (70.).
Für die Augsburger war das Spiel ein Deja-Vu-Erlebnis. Wie im Hinspiel in Augsburg hielt der FCA lange Zeit gut mit, verbaute sich durch individuelle Fehler alle Möglichkeiten und wurde von Leverkusen gnadenlos bestraft. Hier zeigt sich die unterschiedliche Klasse eines etablierten Bundesligateams und eines Abstiegskandidaten. So sah es auch Luhukay: „Wir haben in den ersten 30 Minuten und in den ersten 15 Minuten nach der Pause gut gespielt, sind nach einem Rückstand zurückgekommen. Doch dann fehlte uns die Stabilität und individuelle Fehler ermöglichten Bayer Torchancen, die die Bayer-Offensive natürlich zu nutzen weiß. Wir müssen uns jetzt schnell von diesem Spiel erholen und es im Heimspiel besser machen.“
Am Samstag, 25. Februar, um 15.30 Uhr kommt es in der SGL-Arena zum wegweisenden Duell zwischen dem FCA und Hertha BSC Berlin. Für beide Mannschaften ist es ein „Sechs-Punkte-Spiel“. Nun gilt es für die FCA-Profis, endlich einen „Dreier“ einzufahren. Eine schwierige Mission, denn Herthas neuer Trainer Otto Rehhagel ist bekannt dafür, auf dem Platz kein Offensivspektakel abbrennen zu lassen – er bevorzugt die „Mauertaktik“.
19.02.2012 | 16:42 Uhr - von Christian Kopina
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