Augsburg
Der Spion bei Facebook
Hochschule Augsburg erarbeitet Infobroschüre zu Wirtschaftsspionage
Die Hochschule Augsburg hat in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz (BayLfV) eine Infobroschüre erarbeitet zum Thema IT-Sicherheit in sozialen Netzwerken. Facebook und Co. erweisen sich nämlich als Einfallpforte für Wirtschaftsspionage.
Nutzer von Sozialen Netzwerken verraten viel von sich im Internet – oft zu viel. Denn aus den Informationsfetzen puzzeln sich Industriespione entscheidende Erkenntnisse zusammen, die ihnen Spionage oder gar Sabotage ermöglichen.
Burkhard Körner, Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz, bestätigt die Risiken, die Soziale Netzwerke in sich bergen. Körner spricht von Datenverlust und Malware-Infektion, um Produktivitätseinschränkung, Netzwerküberlastung und Reputationsverlust. „Auch kriminelle Handlungen werden in sozialen Netzwerken vorbereitet: Dem überwiegenden Teil der Angriffe im Bereich der Wirtschaftsspionage gehen heutzutage ‚Social Engineering’-Maßnahmen voraus. Das heißt, Angreifer bedienen sich sozialer Netzwerke, um Informationen über Mitarbeiter eines bestimmten Unternehmens zu sammeln und so in einem zweiten Schritt leichter an sensible Unternehmensdaten zu gelangen“, berichtet Körner. Überhaupt boome die Wirtschaftsspionage wie nie. Körner spricht gar von einer „realen Bedrohung für die deutsche Wirtschaft“.
Der bayerische Verfassungsschutz unterstützt deshalb die Wirtschaft bei der Abwehr von Spionageaktivitäten. Dazu gehört auch, Unternehmen für einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Netzwerken zu sensibilisieren. Als Hilfestellung dient hier das in Zusammenarbeit mit der Hochschule Augsburg entstandene Buch, das auf 80 Seiten Führungskräften und Mitarbeitern einen Überblick über das Thema „Soziale Netzwerke und ihre Auswirkungen auf die Unternehmenssicherheit“ gibt.
Professor Gordon Rohrmair, unter dessen Leitung die Broschüre entstanden ist, erklärt: „Die Veröffentlichung gibt einen Überblick über die in Deutschland am häufigsten verwendeten sozialen Netzwerke, die Gefahren, die daraus für Unternehmen entstehen, sowie Empfehlungen, wie sich Unternehmen und Privatpersonen vor den Risiken besser schützen können.“
Interessierte können die Broschüre im PDF-Format downloaden unter www.wirtschaftsschutz-bayern.de oder auch unter www.hs-augsburg.de.
04.07.2012 | 12:10 Uhr - von mh
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